Wahl in Baden

Wer wird der neue Stadtrat? Der Mist ist geführt

Erich Obrist und Mario Delvecchio werden nach dem Rückzug von Jürg Caflisch den Stadtratssitz wohl unter sich ausmachen.

Erich Obrist und Mario Delvecchio werden nach dem Rückzug von Jürg Caflisch den Stadtratssitz wohl unter sich ausmachen.

Der Parteilose Erich Obrist holt beim ersten Wahlgang um den Badener Stadtratssitz am meisten Stimmen, SP-Kandidat Jürg Caflisch wirft das Handtuch. Der Wahlsieger liegt jetzt schon auf der Hand, meint Roman Huber in diesem Kommentar.

Obrist – Delvecchio – Caflisch, und zwischen dem ersten und dem zweiten über 500 Stimmen Unterschied. Dieses Wahlresultat im ersten Durchgang der Stadtrats-Ersatzwahl überrascht höchstens in seiner Deutlichkeit, aber nicht punkto Reihenfolge. Insofern haben der SP-Kandidat Jürg Caflisch und seine Partei bereits die einzig vernünftige Konsequenz gezogen und auf eine Kandidatur für den zweiten Wahlgang verzichtet.

Es ist nun mal tatsächlich so, wie man in der alten Heimat von Erich Obrist, dem Bauerndorf Dättwil, einst zu sagen pflegte: Der Mist ist geführt. Bei dieser Ausgangssituation liegt der Wahlsieger des zweiten Wahlgangs bereits jetzt auf der Hand: Er kann nur Obrist heissen. Wenn auch nur ein Teil der Caflisch-Stimmen an Obrist übergeht – und damit ist zweifellos zu rechnen –, so ist Mario Delvecchio, der jetzt schon mit über 500 Stimmen im Rückstand liegt, chancenlos.

Es wäre also nicht Feigheit, sondern lediglich rechnerisches Abwägen, wenn auch die FDP und Delvecchio zum Entschluss kämen, nicht mehr anzutreten. Theoretisch bestünde für die FDP die Möglichkeit, aus der Reihe der 65 Genannten, die «vereinzelt gültige Stimmen» erhalten hatten, einen «Super-Mario» aus dem Ärmel zu zaubern. Thierry Burkart wurde in den Nationalrat gewählt, und einen völlig neuen Kandidaten mit Siegeschancen auf den Schild zu heben, ist wohl aussichtslos.

Der jetzigen Situation kann man aber auch viel Positives abgewinnen: Die bunte Schar verschiedenster Leute aus allen Lagern, von der FDP über die CVP bis hin zu Team, SP und Grünen oder eben Parteilosen, die an der «Vor-Wahlfeier» von Erich Obrist in der Dättwiler «Täfern» anwesend war, verdeutlicht, dass der Sieger des ersten Wahlgangs von einer breiten Bevölkerungsschicht getragen wird.

Wie gesagt: Die Analyse mag bitter klingen für diejenigen, die sich in der SP und der FDP für ihren Mann eingesetzt haben. Es wäre nun falsch, unter ihnen nach Schuldigen zu suchen. Es ist dem gewieftesten Wetter schon passiert, dass er auf das falsche Pferd gesetzt hat. Die Bürgerlichen dürfen sich damit trösten: Wenn er auch dem linken Lager entstammt: Erich Obrist ist eine gute Wahl für die Stadt Baden.

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