Wo die beiden Themen Asyl und Kriminalität aufeinandertreffen, entsteht schnell eine politisch explosive Mischung und ist die SVP gewohnt schnell zur Stelle. Auch nach dem jüngsten Überfall eines Asylbewerbers aus Eritrea auf eine Frau in Aarau hat sie ein Rezept zur Hand.

Mit einem neuen Gesetz will die SVP Aargau renitente Asylbewerber einsperren. Wer straffällig geworden ist oder sich unkooperativ verhält im Asylverfahren, dem droht die Internierung. Auf den ersten Blick ist wenig dagegen einzuwenden: Wer sich benimmt und die Gesetze einhält, hat nichts zu befürchten.

Aber es fragt sich, was die SVP-Massnahme in der Realität taugt – und wie teuer sie kommt. Möglicherweise wären mehr Mittel für die Polizei und die Betreuung von Asylbewerbern wirksamer, als abermals Geld in eine zusätzliche Form von Asyl-Institution zu buttern.

Trotzdem: Es wäre ein Fehler, die Diskussion um Asylbewerber und Kriminalität abzuwürgen, nur um sich die Finger nicht zu verbrennen. Im Grossen Rat hatte die SVP-Idee die Mehrheit nur knapp verfehlt. Erfahrungsgemäss hätte eine solche Vorlage beim Stimmvolk also gute Chancen.

Wer mit der Internierungs-Forderung nicht einverstanden ist, soll eine überzeugende Alternative anbieten – und nicht wie bei der Masseneinwanderungs-Initiative zuerst das Problem ignorieren und im Nachhinein jammern.