Der Grosse Rat hat diese Anpassung, die das Gesetz verlangte, auf Ersuchen der Regierung knapp beschlossen. Das hat viele Eigentümer sehr verärgert. Die Anpassung ist aber rechtens. Denn mit ihr steigt der Eigenmietwert von knapp 55 wieder auf die anfänglichen 60 Prozent. Das ist das Minimum, das das Bundesgericht verlangt.

Gleichwohl ist der Ärger der Eigentümer verständlich. Der höhere Eigenmietwert kann nämlich ein steuerbares Einkommen um 1000, 2000 oder mehr Franken nach oben drücken. Das tut weh. Erst recht in einer Zeit, in der die Hypothekarzinsen, die Eigentümer als Ausgleich zum Eigenmietwert steuerlich abziehen dürfen, unglaublich tief sind. Eigentümer profitieren also viel weniger vom Hypothekarabzug, zahlen dafür mehr Eigenmietwert.

Besonders weh tut dies Rentnern, die sich in einem harten Arbeitsleben ein Eigenheim zusammengespart und es unter grossen Entbehrungen für einen geruhsamen Lebensabend abbezahlt haben. Der Preis dafür ist, dass der Eigenmietwert angesichts des bei Rentnern naturgemäss tieferen Einkommens noch mehr drückt.

Es ist deshalb höchste Zeit, pensionierte Eigentümer zu entlasten. Noch besser wäre, das Monstrum Eigenmietwert gleich abzuschaffen. Dafür ist eine für Eigentümer und Staat faire, nationale Lösung zu finden, mit der auch Mieter leben können. Dann endlich kann eine Volksmehrheit den Eigenmietwert dorthin schicken, wo er längst hingehört: in die Geschichtsbücher.