Lehrplan 21

Störenfriede sind am Werk: Das ist gut so

Bildungsdirektor an der Schulfront: Im Schulhaus Stapfer in Brugg arbeitet eine Klasse mit dem Mobilab; Regierungsrat Alex Hürzeler schaut nicht nur zu, sondern experimentiert mit.Michael Hunziker

Bildungsdirektor an der Schulfront: Im Schulhaus Stapfer in Brugg arbeitet eine Klasse mit dem Mobilab; Regierungsrat Alex Hürzeler schaut nicht nur zu, sondern experimentiert mit.Michael Hunziker

Der einheitliche Lehrplan 21 für die Volksschule der ganzen Deutschschweiz ist höchst umstritten. Hauptsächlich aus Spargründen hat der Aargauer Regierungsrat beschlossen, ihn frühestens auf das Schuljahr 2020/21 einzuführen. Der Kommentar.

Für eine inhaltliche Auseinandersetzung hätte man sich damit vorerst einmal Luft verschafft, 2020 ist doch noch ein gutes Stück weg.

Eine Volksinitiative, mit der die Einführung des Lehrplans – egal wann – verhindert werden soll, stört den Frieden. Sie wird am 2. Juni eingereicht, nun gilt es Farbe zu bekennen. Das ist besonders für Bildungsdirektor Alex Hürzeler heikel. Man ist sich nicht so sicher, ob und wie überzeugt er hinter dem Reformwerk steht. Seine Partei, die SVP, bekämpft die Umsetzung auf Biegen und Brechen. Sie fordert von ihrem Regierungsrat, dass er Linientreue zeigt und dem Lehrplan offen abschwört. Eine schwierige Situation, es könnte sogar die politische Existenz auf dem Spiel stehen.

Man wünscht Alex Hürzeler die Zerreissprobe nicht. Dennoch ist es auch aus neutraler Warte zu begrüssen, dass die SVP Druck aufsetzt. Generell, aber auch mit Blick auf den Reform- und Spardruck im besonders sensiblen Bildungswesen ist von der Regierung nicht nur Führungsverantwortung, sondern echter, starker Führungswille verlangt. Die Öffentlichkeit muss sicher sein können, dass Projekte nicht aus reinen Parteiinteressen gebremst oder – mehr von der Verwaltung getrieben als aus echter Überzeugung – forciert werden. Der Lehrplan ist ein Beispiel, wo da noch leise Zweifel bestehen.

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