Kultureller Leuchtturm

Stapferhaus besteht Härtetest

Stephan Schmidheiny unterstützt das Stapferhaus Lenzburg

Stephan Schmidheiny unterstützt das Stapferhaus Lenzburg

Das Projekt «Haus der Gegenwart» des Stapferhauses in Lenzburg zeigt: Das Prinzip, kulturelle Institutionen bei der Finanzierung von Grossprojekten in die Pflicht zu nehmen, erweist sich auch als Härte- und Qualitätstest.

Das Stapferhaus in Lenzburg gehört zu den kulturellen Leuchttürmen im Aargau und sorgt dank seinen Ausstellungen für nationales Aufsehen.

Doch das Stapferhaus will noch mehr. Das beim Bahnhof Lenzburg geplante «Haus der Gegenwart» kostet 23,8 Millionen Franken und bietet den Wechselausstellungen künftig eine feste Adresse. Kanton und Stadt Lenzburg sind mit an Bord und beteiligen sich grosszügig an den Kosten.

Unter einer Bedingung: Die Stiftung Stapferhaus muss 7,7 Millionen Franken selber aufbringen. Sonst gibt es kein Geld – und das «Haus der Gegenwart» bleibt eine schöne Idee.

Dass es der Stiftung innerhalb weniger Monate gelungen ist, die Millionen aufzutreiben, zeigt zweierlei.

Erstens: Das Stapferhaus ist tatsächlich eine Institution mit nationaler Ausstrahlung und hoher Qualität. Wäre dem nicht so, hätten sich Institutionen wie die Avina-Stiftung, die Ernst Göhner- oder die Otto- Beisheim-Stiftung kaum überzeugen, ja begeistern lassen.

Zweitens: Die Leute vom Stapferhaus haben sich als überaus effizient und kreativ beim Fundraising und beim Erschliessen von neuen Geldquellen erwiesen. Allein der Verkauf des Areals, das man im Baurecht teilweise zurückmietet, erweist sich als cleverer Schachzug und Win-win-Situation für Vorsorgestiftung und Stapferhaus.

Daraus folgt: Das Prinzip, kulturelle Institutionen bei der Finanzierung von Grossprojekten in die Pflicht zu nehmen, erweist sich auch als Härte- und Qualitätstest: Wer an sein Projekt glaubt, und sich leidenschaftlich dafür einsetzt, findet auch Unterstützung.

joerg.meier@azmedien.ch

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