Kommentar

Senioren am Steuer: Das Risiko ist hoch

(Symbolbild)

Senioren am Steuer: Das Risiko ist hoch

(Symbolbild)

Die Seniorenlobby macht sich für eine differenzierte Beurteilung der Fahrtauglichkeit stark. Doch klar ist: Das Risiko ist hoch.

Die automobile Seniorenlobby zieht in letzter Zeit ein Powerplay auf. Immer wieder stehen Diskriminierungsvorwürfe im Raum, die oft in sich zusammenfallen.

Auch der Aargauer SVP-Ständerat Maximilian Reimann ist wieder aktiv geworden. Ob wirklich sichergestellt sei, dass in Zweifels- und Grenzfällen Automobilisten über 70 die Fahrerlaubnis mit Einschränkungen belassen werden kann, statt ihnen den Fahrausweis abrupt zu entziehen, wollte er von Bundesrätin Doris Leuthard wissen.

Der Aktivismus irritiert. Denn der Bundesrat will den älteren Automobilisten ausdrücklich das Recht einräumen, eine Fahrerlaubnis mit Beschränkungen zu beantragen, wenn sie die medizinischen Anforderungen zur Verlängerung des Fahrausweises nicht mehr voll erfüllen.

Bedingung ist eine entsprechende Empfehlung des Arztes. Eine solche Einschränkung könnte zum Beispiel ein Nachtfahrverbot oder ein Autobahnverbot sein.

Sollte das Ziel von Vorstössen wie dem jüngsten von Maximilian Reimann sein, die Anforderungen zur Beurteilung der Fahrtüchtigkeit weiter zu lockern? Bei allem Verständnis für die Mobilitätsbedürfnisse der Senioren: Das kommt nicht infrage.

Oft stellt sich bei verunfallten Senioren heraus, dass sie tatsächlich nicht mehr fahrtauglich waren. Typische Fehler im Strassenverkehr sind das Übersehen von Lichtsignalen oder Fussgängern sowie die Missachtung des Vortrittsrechts.

Sie passieren auch und gerade dort, wo nur beschränkt fahrtüchtige Senioren weiter anzutreffen wären: auf dem Weg ins nahe Einkaufszentrum, zum Arzt oder zum Probelokal des Gesangsvereins. Das ist Risiko genug.

Meistgesehen

Artboard 1