Bildung

Schule ganz anders: Zwischenzeugnis gut

Moderne Schule: Der USB-Stick im Etui darf nicht fehlen

Moderne Schule: Der USB-Stick im Etui darf nicht fehlen

Die Schule neu erfunden: An der Real in Niederwil gibt es keine festen Klassen und keine Fächer mehr. Ist das ein Vorteil für leistungsschwächere Schüler? Ein Kommentar.

Vielerorts im Aargau ist die Realschule ein Problemfall. Nur rund 20 Prozent aller Oberstufenschüler besuchen die niedrigste Stufe, die Hälfte davon sind laut der aktuellsten Pisa-Studie sogenannte Risiko-Schüler. Ihre schulischen Leistungen sind so schlecht, dass sie Gefahr laufen, beim Übergang von der Schule ins Arbeitsleben zu scheitern.

Ein Grund dafür: Seit der Einführung der integrativen Schulform sitzen in den Realklassen auch Jugendliche, die früher separat in Kleinklassen unterrichtet wurden. Diese verursachen mehr disziplinarische Probleme und bremsen stärkere Mitschüler tendenziell. Dies macht die Real auch für viele Lehrpersonen unattraktiv – denn wer müht sich schon gerne mit leistungsschwachen, schwierigen Schülern ab? Es mag Ausnahmen geben, insgesamt ist die Zahl der schlecht qualifizierten Lehrer in der Real allerdings am höchsten.

Auch in Niederwil war die Situation in der Real schwierig. Mit einem unkonventionellen Modell versucht die Schule dort Gegensteuer zu geben: Projektunterricht, Lerninseln mit Tablets statt fixe Schulzimmer, altersdurchmischte Gruppen, viel Selbstverantwortung für die Schüler. Bisher gibt der Erfolg den Verantwortlichen recht.
Es gibt weniger disziplinarische Probleme als vorher. Doch ebenso wichtig sind die schulischen Leistungen. Hier schneiden die Realschüler aus Niederwil nicht besser ab als jene aus anderen Gemeinden. Dies muss sich ändern, denn letztlich entscheiden Noten, wenn es um Lehrstellen geht. Der entscheidende Test steht der Schulführung in Niederwil also erst noch bevor.

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