AMG-Schliessung

Retten Familien unsere Industrie?

Das Gontenschwiler Traditionsunternehmen AMG schliesst auf Ende Jahr die Tore.

Das Gontenschwiler Traditionsunternehmen AMG schliesst auf Ende Jahr die Tore.

Die Traditionsfirma AMG schliesst in Gontenschwil ihre Tore. Die Produktionskosten in unserem Land sind hoch. Dies stellt Betriebe vor schwierige Entscheidungen. Ein Kommentar.

Die Gontenschwiler Alu Metall Guss AG galt in der Region seit der Gründung im Jahr 2001 als Vorzeigeunternehmen. Die Umsatzzahlen zeigten lange nur in eine Richtung: Nach oben.

Der jetzige Entscheid, den Standort bis Ende Jahr zu schliessen und nur noch im rumänischen Werk zu produzieren, mag deshalb erstaunen. Er zeigt aber vor allem, wie schmal der Grat für hiesige Unternehmer wegen der hohen Produktionskosten geworden ist.

Arbeitsschritte auslagern. Oder gleich die ganze Produktion? Zumindest die erste Frage stellt sich derzeit wohl fast jeder Industriebetrieb.

Auch der Egliswiler Getriebehersteller Rollstar AG lotete die Möglichkeit einer Produktionsauslagerung nach Tschechien aus, wie CEO Ulrich Ziegler diese Woche an einem Unternehmeranlass sagte.

Fazit: Die Pläne wurden auf Eis gelegt. Sicher beeinflussten diesen Entscheid auch ökonomische Gründe – die gute Infrastruktur in der Schweiz oder das hohe Ausbildungsniveau etwa.

Der Entscheid sei aber auch stark emotional geprägt gewesen, sagt Ziegler. Die Bauunternehmung, aus der die heutige Firma hervorging, wurde 1945 von seinem Vater und seinem Grossvater gegründet und die Aktienmehrheit hat der CEO bereits an die nachfolgende Generation übergeben.

Anders als die AMG ist die Rollstar also ein klassisches Familienunternehmen. Eine Garantie für den Verbleib der Produktion in der Schweiz ist natürlich auch diese Organisationsform nicht.

Sie verleiht dem gerade in schwierigen Zeiten mantraartig wiederholten «Bekenntnis zum Produktionsstandort» aber sicher etwas mehr Glaubwürdigkeit.

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