Sind die Wahlen für Baden und Wettingen eine Reaktion auf die Zofinger Wahl? Jedenfalls: Wurde in Zofingen ein Kandidat aus einer anderen Branche gewählt, obsiegten in Baden und Wettingen nun zwei Kenner der hiesigen Mittelschulszene.

Zu Wettingen: Paul Zübli hat sich als Prorektor einen guten Ruf erworben, er vereint Führungskraft und Umgänglichkeit, das kommt gut. Überraschender – aber letztlich trotzdem logisch – ist die Wahl für Baden.

Maliziös könnte man fragen: Ist es von Aarau nach Baden ein Karriereschritt? Sicher ist: Daniel Franz «flieht» nicht nach Baden. Seine Arbeit in Aarau ist tadellos und anerkannt. Offenbar war es sein ganz persönlicher Entscheid, für Baden zu kandidieren.

Er ist jetzt 10 Jahre in der Aarauer Schulleitung, er ist knapp 50 – ein idealer Zeitpunkt also, um nochmals eine neue Herausforderung anzunehmen. Und herausfordernd wird es in Baden bestimmt, zum Beispiel mit der Frage, ob die Kantonsschule die Wirtschaftsmittelschule behält oder verliert.

Die Wahlbehörde im Bildungsdepartement hat stets betont: «Es ist unsere Aufgabe, den Besten aus einem Kandidatenfeld herauszupicken.» Befindet sich darunter ein erfolgreicher Rektor einer anderen Aargauer Schule, glaubt man gern, dass er der Beste im Feld war. Baden hat damit sein Problem gelöst.

Dafür geht ein «Loch» in Aarau auf. Aber den Wechselwilligen nicht zu nehmen, nur damit kein neues Loch entsteht, wäre ja auch suboptimal. Nach diesen zwei erfolgversprechenden Wahlen bleibt einzig der Wermutstropfen: Es ist wieder keine Frau. Doch die nächste Chance kommt ja schon bald: Die Neue Kanti Aarau braucht eine neue Führungskraft...