Zuerst war der «Bschiisser-Brogli» von den Juso: Ein Facebookprofil, welches den CVP-Finanzdirektor mit einer langen Nase zeigte und als Lügner bezeichnete. Nun folgten die Jungen Grünen mit dem falschen Twitter-Account von SVP-Nationalrat Maximilian Reimann. Damit machten sie den 72-jährigen Politiker lächerlich und beleidigten
ihn zudem als Rollator-Lobbyisten. 

Dass die linken Jungparteien nicht gerade zimperlich mit dem politischen Gegner umgehen, ist bekannt. Mit der wachsenden Bedeutung von Social-Media-Plattformen haben sie aber neue Möglichkeiten bekommen. Früher waren Plakate oder Inserate nötig, um politische Botschaften unters Volk zu bringen.

Beides ist teuer, zudem können gewisse Sujets von den Verlagen oder Plakatgesellschaften abgelehnt werden. Ein neues Profil bei Facebook oder Twitter zu erstellen, ist indes gratis. Und die Botschaften lassen sich einfach und rasch in der Bevölkerung verbreiten.

Dass auch Parteien, die nur bescheidene finanzielle Mittel zur Verfügung haben, mit kreativen Online-Auftritten erfolgreich sein können, ist grundsätzlich positiv. Social- Media-Plattformen machen die politische Auseinandersetzung etwas gerechter, weil im Netz weniger das Geld, sondern mehr die gute Idee entscheidet.

Ob es allerdings geschickt ist, den politischen Gegner persönlich zu diffamieren, wie dies die Jungen Grünen mit Maximilian Reimann tun, ist fraglich.

Sie würden ihre Energie wohl besser zur Mobilisierung der jungen Wähler einsetzen, als sich mit der Altersstruktur der SVP-Liste zu befassen, die sie ohnehin nicht beeinflussen können.

fabian.haegler(ad)azmedien.ch