An die Nachrichten von Pächterwechseln in Dorfbeizen hat man sich gewöhnt. Sie folgen sich in relativ kurzen Abständen. Es gibt immer wieder Leute, die glauben, mit einem Restaurant lasse sich auch ohne Erfahrung und Ausbildung Geld verdienen.

Noch nicht gewöhnt haben wir uns an die zunehmenden Meldungen über traditionelle, gut gehende Gastronomiebetriebe, die mangels Nachfolger ihre Türen für immer schliessen. Der «Kellerämterhof» in Oberlunkhofen ist das jüngste, aber wohl nicht das letzte Beispiel. Selbst Josef Füglistaller, Präsident von Gastro Aargau und ebenso ausgewiesener wie anerkannter Fachmann, hat es nicht geschafft, einen Nachfolger für seinen Betrieb zu finden.

Das lässt aufhorchen. Ein klassischer Landgasthof verlangt überdurchschnittlichen Einsatz, wenn er florieren soll. Diesen Einsatz sind offenbar immer weniger Gastrounternehmer bereit zu leisten. Kommt dazu, dass das Umfeld in den letzten Jahren immer schwieriger geworden ist. Da sind nicht nur das Rauchverbot und die tiefere Alkohollimite, die dem traditionellen Stammtisch den Garaus gemacht haben.

Da sind auch auf die Spitze getriebene Hygiene- und Lebensmittelvorschriften und da sind Konsumenten, die immer mehr für möglichst wenig haben wollen. Und dabei vergessen, dass auch ein Wirt und seine Angestellten ihren Lebensunterhalt zum hohen Schweizer Tarif bestreiten müssen. «Wer nichts wird, wird Wirt», wurde einst oft gespottet. Muss man bald sagen: «Mach alles, aber werd niemals Wirt?»