Doch inzwischen haben sogar Kinder im Primarschulalter oft ein eigenes cleveres Telefon. Sie wachsen damit auf, es gehört zu ihrem Alltag, es ist gleichzeitig ihr Fotoalbum, ihr Notizzettel und vor allem ihr zweiter Pausenplatz, auf dem sie sich ständig mit Freunden und Halbfreunden austauschen. Einige Lehrpersonen fänden es deshalb besser, die Smartphones würden nicht verbannt, sondern auf eine gute Art in den Schulalltag integriert. Sie denken darüber nach, das Verbot ausserhalb des Unterrichts wieder zu lockern. Auch weil sie Besseres zu tun haben, als mit den Schülern wegen ihrer Phones Katz und Maus zu spielen.

Soll also der Pausenplatz ein absoluter Freiraum sein? Oder ein geschützter Ort, wo Schüler den Umgang mit einem echten Gegenüber lernen sollen statt mit virtuellen Freunden? Sollen sie dort merken, dass die Welt nicht an ihnen vorbeisaust, nur weil sie ein paar Stunden nicht auf Facebook waren? Die Schüler kommen mit jeder Regel zurecht. Auch mit einzelnen handyfreien Tagen zum Beispiel. Ein Handyverbot bringt den Schülern garantiert mehr Ruhe. Nur den Lehrern nicht. Die eigentliche Frage ist deshalb diese: Wollen die Lehrer längerfristig ausserhalb des Schulzimmers ständig Handy-Polizist sein?