Der Wirtschaftskanton Aargau hat bei der Übernahme des Alstom-Energiebereichs durch den amerikanischen Technologie-Giganten General Electric (GE) Stärke bewiesen. Hätte sich der Alstom-Standort Baden samt Zulieferbetrieben nicht durch eine hohe Konzentration von Know-how auszeichnen können, wäre es wohl schwierig geworden, sich in dieser internationalen Ausmarchung zu behaupten.

Mit wenigen Abstrichen ist der grosse Deal, den sogar Brüssel bei der Erteilung des EU-Segens beschäftigte, für Stadt, Region und Kanton erfreulich abgelaufen. Schade ist höchstens, dass die 420 Mitarbeitenden, die zur italienischen Ansaldo Energia und nicht zu GE wechseln, vielleicht Zeit verwendet haben, ihre Englisch-Kenntnisse zu verbessern, anstatt um Italienisch zu lernen.

Dass der Standort Baden mit zwei Hauptsitzen bei sechs GE-Power-Geschäftsfeldern bedacht wird, ist höchst erfreulich. Auch mittelfristig sind die Perspektiven gut: Gebäudemieten und Verbindlichkeiten laufen bis 2018. Was danach geschehen wird, wissen die Götter, denn es gilt zu bedenken, dass GE in 150 Ländern zu Hause ist, Ansaldo zu 40 Prozent in China.

Will sich der Ostaargau als Technologie-Standort in einem Hochlohn- und Hochpreisland längerfristig behaupten, braucht es für den Know-how-Erhalt im wachsenden weltweiten Wettbewerb permanenten Effort und auch eine Portion Glück. In den kommenden Monaten wird das Räderwerk der neu formierten GE Power zu laufen beginnen. Es zeigt sich rasch, wo sich strukturelle Anpassungen aufdrängen. Der Konkurrenzkampf auf dem internationalen Markt kennt kein Pardon, auch nicht bei GE.