Kommentar

Kanton hilft jetzt und profitiert später

Wird er nach dem Abschluss eine Stelle finden? Polymechaniker-Lehrling Patrick Lindenmann in der Werkstatt der Alesa AG in Seengen.

Wird er nach dem Abschluss eine Stelle finden? Polymechaniker-Lehrling Patrick Lindenmann in der Werkstatt der Alesa AG in Seengen.

Eine abgeschlossene Berufslehre ist keine Garantie für eine Stelle im gelernten Beruf.Das mag überraschend tönen, ist aber Realität, wie die Statistik beweist: Nur rund 50 Prozent der erfolgreichen Lehrabgänger finden nahtlos einen Job in ihrem Berufsfeld.

Andere wollen das gar noch nicht: Sie leisten zuerst einmal Militär- oder Zivildienst, schalten einen Sprachaufenthalt ein, bilden sich weiter. Unter dem Strich aber hat rund jeder und jede Fünfte direkt nach der Lehre keinen Job.

Langfristig sind junge Arbeitslose ein Problem. Nun schaltet sich der Kanton mit der Aktion «On the move» ein. Sie soll die baldigen Lehrabgänger animieren, sich jetzt mit der Zukunft nach der Lehre auseinanderzusetzen. Die jungen Erwachsenen sollen Entscheidungen fällen bezüglich ihres Berufslebens unmittelbar nach der Lehr-abschlussprüfung. Dabei gewährt der Kanton vielfache Unterstützung. Er geht so weit, dass er sogar die Passfotos für die
Bewerbungen subventioniert.

Da stellt sich die Frage, ob es Aufgabe des Staates sein soll, junge Erwachsene beim Start ins Berufsleben zu coachen. Das kostet schliesslich Geld. Und Geld ist knapp.

Doch die Investition lohnt sich mehrfach. Mit der Aktion trägt der Kanton dazu bei, dass die Jugendlichen, deren Ausbildung ja weitgehend mit öffentlichen Geldern finanziert worden ist, in die Wirtschaft eingegliedert werden können und bald mithelfen, Steuergelder zu generieren. Und jeder Jugendliche, der dank der Aktion nicht zum RAV-Kunden wird, beweist den Wert des Projektes. Auch wenn sich der Gewinn nicht in Franken messen lässt.

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