Kein Wahlkampf ohne Asyl-Parolen. Die SVP spielt bei ihrem Kernthema auf die politische Gegnerin: «Sommarugas Asylchaos endlich ein Ende setzen!» Und die FDP fordert fast wortgleich «Schluss mit Chaos im Asylwesen!». Auch die Linken nutzen das Asylthema, sie kehren einfach den Spiess um: «Flüchtlinge brauchen Schutz statt Hetze» (Grüne); «Menschen aus Eritrea sind in Not, nicht unser Asylwesen» (SP).

Gemeinsam ist den Parteien eines: Es geht ihnen um die Mobilisierung ihrer Wählerschaft, weniger um Lösungen von realen Problemen. Die überlassen sie den Vertretern von Kanton, Gemeinden, Sozialdiensten und Schulen. Diese tun dies meist pragmatisch und konstruktiv.

Platz für ideologische Profilierung bleibt kaum, wenn es darum geht, Asylbewerbern ein Dach über dem Kopf zu organisieren. Oder Menschen zu integrieren, die bleiben dürfen, aber weder lesen noch schreiben können.

Untypisch für eine linksgrüne Politikerin warnte die Aargauer Regierungsrätin Susanne Hochuli vor einer Parallelgesellschaft der Eritreer, die sich schlecht in den Arbeitsmarkt integrieren und oft direkt in der Sozialhilfe landen. Applaus bekam Hochuli von ihren Gesinnungsgenossen dafür nicht. Genauso wenig wie die Aarburger Sozialvorsteherin Martina Bircher. Die SVP-Politikerin findet im Gegensatz zu ihrer Partei, man müsse Eritreer, die schon hier seien und eine Aufenthaltsbewilligung hätten, möglichst gut integrieren.

Vielleicht sollten Parteichefs mal ihr Politbüro verlassen und mit Susanne Hochuli und Martina Bircher den Job tauschen.

HIER lesen Sie, wie der Kanton mit Eritreern umgehen will.