Also seit sechs Jahren. In all dieser Zeit wurde von allen Seiten beteuert, dass man Handlungsbedarf sieht, um ein ausreichendes Angebot an Krippenplätzen sicherzustellen. Von fast allen Seiten: Nur die SVP vertrat immer klar den Standpunkt, hier bestehe keine Staatsaufgabe. Den anderen Parteien ist es bis jetzt nicht gelungen, einen kleinsten gemeinsamen Nenner zu finden.

Das ist beschämend, aber immerhin besteht ja nun heute noch eine letzte Chance. Der Grosse Rat berät eine Gesetzesvorlage, welche die Gemeinden verpflichten will, für ein «bedarfsgerechtes» Angebot an Krippenplätzen zu sorgen. Der Ball liegt bei der Linken: Nur wenn sie auf ihre Forderungen nach detaillierteren Regelungen verzichtet, besteht Aussicht auf eine Mehrheit im Parlament.

Schaltet die SP auf stur, wird sie von den anderen Parteien als Totengräberin eines eigenen Kernanliegens hingestellt. Muss man also an ihre Einsicht appellieren? Muss man nicht. Es gibt Kompromisse, die liegen jenseits der Vernunft. Wenn man die Gemeinden schon mit einem Krippengesetz in die Pflicht nehmen will, dann sollte das schon minimalste Vorgaben zum Beispiel dazu enthalten, was ein «bedarfsgerechtes Angebot» überhaupt ist.

Ansonsten lässt man es tatsächlich besser ganz bleiben. Der Appell an die Grossräte heisst deshalb: Lasst es heute lieber zu einem Ende mit Schrecken als einem Schrecken ohne Ende in der Krippendebatte kommen.

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