Polizeieinsatz

Gesalzene Pizza-Rechnung für FCZ-Fans

Die FCZ-Fans kamen trotz Sektorsperre der Kantonspolizei nach Aarau und sorgten damit für ein riesiges Polizeiaufgebot. Auf Kosten der Steuerzahler und des FC Aarau. Gäbe es nicht noch einen anderen Kostenverteiler?

Eine Szene vor dem Stadion Brügglifeld war am Samstag sinnbildlich für die Absurdität der unsäglichen Fan-Problematik: Hunderte FCZ-Anhänger sind von der Polizei eingekesselt – und was machen die: Sie lassen einen Pizza-Kurier kommen. Man könnte jetzt spotten: Da lassen Hardcore-Fans ihre Muskeln spielen, indem sie ein Aufgebot von 370 Polizisten provozieren, halten es gleichzeitig aber keine Stunde mit knurrendem Magen aus! 

FCZ-Fans reisen trotz Polizeiaufgebot nach Aarau

FCZ-Fans reisen trotz Polizeiaufgebot nach Aarau

Doch das Thema ist zu ernst und die Kosten sind zu hoch, um es bei dieser Anekdote zu belassen. Über 200'000 Franken wird die Polizeiaktion kosten. Berappen müssen sie – wie immer – die Steuerzahler und der FC Aarau. Das ist auf die Länge unhaltbar. Sicher, die Stadionsperre und der Polizeieinsatz waren für einmal richtig und nötig. Doch es geht nicht an, die Allgemeinheit regelmässig zur Kasse bitten zu müssen, damit ein paar wenige ihrem Hobby Krawallmachen frönen können.

Die hungrigen FCZ-Fans haben am Samstag vergeblich 20 Franken für die bestellte Pizza parat gemacht. Die Polizei liess die Kuriere nämlich nicht durch. Wie wäre es, wenn man unbelehrbare Fans etwas tiefer ins Portemonnaie greifen liesse und ihnen eine gesalzene Rechnung für die Umtriebe der Polizeiaktion schicken würde? Vielleicht bleibt der eine oder andere zu Hause, wenn ihm eine Kostenbeteiligung von ein paar tausend Franken droht. Noch fehlt offenbar die gesetzliche Grundlage dafür. Darum sind jetzt die Politiker gefragt. Sie können beweisen, dass sie mindestens so viel Fantasie aufbringen wie die FCZ-Fans, die mit ihrer Reise nach Aarau alle narrten.

Meistgesehen

Artboard 1