Ein Mitfahrnetzwerk, das Fahrer und Mitfahrer miteinander verbindet, soll den Verkehr auf unseren Strassen reduzieren und die Umwelt schonen. Statt dass zwei Personen mit zwei Autos von A nach B fahren, benutzen sie nur noch ein Auto: Ein schöner Gedanke, den die Postauto AG und Badenmobil nun mit den Autofahrern in der Region Baden verwirklichen wollen. Doch alleine das Angebot wird keine Nachfrage schaffen.

Bestimmt denken viele Autofahrer daran, ihr Verhalten der Umwelt und damit ihren Enkelkindern zuliebe zu ändern. Doch wir Schweizer sind bequem, haben uns an den Luxus des eigenen Autos gewöhnt. Wer will schon auf seinem Handy lange nach einer Mitfahrgelegenheit suchen, wenn das Auto in der Garage bereit steht? Wer sitzt lieber mit einem Fremden statt mit der Lieblingsmusik im Ohr 30 Minuten im Stau? Wer will morgens um 7 Uhr oder nach Feierabend Fragen hören wie: «Und, was arbeitest Du? Hast Du Familie? Schade, dass es heute regnet, findest Du nicht?»

Damit wir unser Verhalten ändern, braucht es realen Druck. Druck, den der Umbau des Schulhausplatzes schaffen kann. Dieses Bauprojekt wird das Autofahren so mühsam machen, dass sich der eine oder andere Autofahrer lieber zusammenschliesst und damit Geld und Zeit spart.

Denn in einem Punkt kann man den Urhebern des Mitfahrnetzwerkes nicht widersprechen: Würde jeder Zweite bei einem anderen mitfahren, liesse sich der Verkehr halbieren. Die vorprogrammierten Staus würden um einiges kürzer werden. Würzt man die Argumente von Geld und Zeit nun noch mit jenem der Umweltfreundlichkeit und der Zukunft unserer Enkelkinder, hat das Mitfahrnetzwerk durchaus eine Chance.