In der Pubertät versuchen Jugendliche, sich von ihren Eltern abzugrenzen, sie hängen nach der Schule mit Kollegen herum, gehen mit der Clique in den Ausgang, machen Bekanntschaft mit Alkohol, rauchen vielleicht auch einmal einen Joint. Für die Eltern ist diese Zeit schwierig: Sie wollen das Beste für ihre Kinder, möchten diese fernhalten von Suchtmitteln und «schlechtem Umgang», hoffen auf gute Schulleistungen. Doch oft müssen sie zur Kenntnis nehmen, dass für Jugendliche in diesem Alter andere Dinge wichtig sind.

Dass sich Eltern deshalb Sorgen machen, ist absolut verständlich. Es ist auch logisch, dass die verunsicherten Väter und Mütter in dieser Situation auf die Schule hoffen. Tatsächlich übernehmen Lehrpersonen, Schulsozialarbeiter und Sozialpädagogen heute vermehrt Erziehungsaufgaben. Sie können aber letztlich nicht verhindern, dass Jugendliche straffällig werden. Der Grund dafür ist einfach: Die Delikte werden meist ausserhalb der Schulzeit begangen.

Eine aktuelle Studie zeigt: Auch im Aargau gibt es Jugendliche, die Waffen mit in die Schule bringen, mit Drogen handeln, Vandalenakte verüben, Diebstähle begehen oder Gruppenschlägereien anzetteln. Wenn es so weit ist, braucht es professionelle Hilfe. Diese bietet der Kanton, und in solchen Situationen ist auch Unterstützung durch Fachstellen nötig. Doch grundsätzlich sind die Eltern in der Pflicht. Nur sie können verhindern, dass ihr Kind in die Jugendkriminalität abgleitet. Mit klaren Grenzen, mit offenen Gesprächen und mit dem Bewusstsein, dass sie für ihr Kind verantwortlich sind – nicht die Schule.