Der Lasten- und Finanzausgleich soll die Chancen schlechter situierter Gemeinden verbessern. Doch er ist heute sehr intransparent. Wer kann erklären, warum Gemeinden wie Neuenhof oder Wohlen trotz offenkundiger Lasten keinen oder wenig Finanzausgleich erhalten?

Gleichzeitig gibt es Gemeinden, die sich über Finanzausgleich freuen, aber keine Ahnung haben, wie sie ihn sich «verdient» haben. Dies zeigt, das Finanzausgleichsgebäude ist windschief. Es muss neu ausgerichtet werden.

Dass nebst dem Steueraufkommen künftig die Sozialhilfequote und die Zahl Schüler einbezogen wird, macht Sinn. Diskutiert wird aber sicher, wie stark man die Elemente gewichtet und ab welcher Höhe man Sozialhilfekosten auf alle verteilt.

Im Ergebnis bleibt die Belastung für die Hälfte der Bevölkerung stabil, 30 Prozent profitieren, 20 Prozent legen drauf. Zu fragen ist, ob die Mehrbelastung für ländliche Kleingemeinden mit wenig Entwicklungsmöglichkeiten noch etwas abgefedert werden kann. Oder soll ihnen nur die Fusion bleiben?

Mehrere Parteien wollen via Finanzausgleich offenkundig auch Strukturbereinigungen. Da müssen sie bei einer Volksabstimmung dann aber auch hinstehen und das Feld nicht den Gegnern überlassen wie letztes Mal.

Die Vorlage des Regierungsrates ist eine gute Diskussionsbasis. Mit ihr werden Agglomerationsgemeinden deutlich bessergestellt. Aber natürlich unter der Prämisse, von der auch die Regierung ausgeht, dass nicht mehr, sondern die vorhandenen Mittel gerechter verteilt werden.