Deponie Wäberhölzli

Ein trickreiches Lehrstück

Die Grube Wäberhölzli (rot eingefärbte Fläche) liegt nahe dem neuen Kraftwerk und der Kiesgrube Chleigrüt.

Die Grube Wäberhölzli (rot eingefärbte Fläche) liegt nahe dem neuen Kraftwerk und der Kiesgrube Chleigrüt.

War es ein «Buebetrickli», den Entscheid gegen die Deponie im Wäberhölzli mit einem Rückkommensantrag zu kippen, oder ein Stück gelebte Demokratie? Es war ein trickreiches Lehrstück in demokratischer (Un-)Kultur in drei Akten, findet Thomas Wehrli.

Eine Frage steht nach der turbulenten Gemeindeversammlung im Raum: War es ein «Buebetrickli», den Entscheid gegen die Deponie im Wäberhölzli mit einem Rückkommensantrag zu kippen, oder ein Stück gelebte Demokratie?

Es war ein trickreiches Lehrstück in demokratischer (Un-)Kultur in drei Akten. Erster Akt: Die Gegner der Deponie mobilisierten perfekt; an die 200 Stimmberechtigte kamen nur wegen des einen Traktandums – und verliessen den Saal danach wieder. Solche Wer-kann-bessermobilisieren-Entscheide dienen der Sache meist wenig. Sie zeigen, dass die direkte Demokratie bisweilen an Grenzen stösst. Zum Glück gibt es das Referendum als Korrektiv. Zweiter Akt: Im Wissen um die Brisanz der Versammlung hätte Stadtammann Franco Mazzi auf die Möglichkeit des Rückkommensantrages hinweisen müssen. Viele kannten diese Spielregel nicht und fühlen sich nun vor den Kopf gestossen. Damit ist niemandem gedient.

Dritter Akt: Der Massenabmarsch nach geschlagener Schlacht glich einem Auszug der Gladiatoren. Das war unschön, unnötig – und fatal: Er ermöglichte den Meinungsumschwung im Saal erst.

Wer ging nun als Sieger vom Platz? Niemand – oder alle: Denn nun kommt das Wäberhölzli wohl an die Urne und alle können sich dazu äussern.

Meistgesehen

Artboard 1