Das Unternehmen gehört zu über 50 Prozent dem Kanton, dann dem Bund und einzelnen Gemeinden. Die BDWM Transport AG läuft so gut, dass der Verwaltungsrat wenig zu tun hat. Vier Sitzungen pro Jahr reichen. Wer möchte da nicht auch Verwaltungsrat sein? Jetzt erst recht, wo SVP-Grossrat Martin Keller öffentlich gemacht hat, dass die 6 Verwaltungsräte pro Jahr zwischen 10 000 und 32 000 Franken kassieren. Plus ein Erstklass-GA als Spesenentschädigung dazu.

Da gibt es keinen triftigen Grund zur Empörung. Die Generalversammlung mit dem Hauptaktionär Kanton Aargau hat alle Bezüge gutgeheissen: Die Generalversammlung kann sie auch wieder korrigieren. Womöglich wird sie das nach Kellers Vorstoss auch tun.

Verwaltungsrat der kantonseigenen BDWM (von links nach rechts): Paul Meyer, Benjamin Wittwer, Verwaltungsratspräsident Herbert Huber, Mathias Meyer, Walter Dubler, Walter Zimmermann.

Verwaltungsrat der kantonseigenen BDWM (von links nach rechts): Paul Meyer, Benjamin Wittwer, Verwaltungsratspräsident Herbert Huber, Mathias Meyer, Walter Dubler, Walter Zimmermann.

Heikler ist eine andere Frage, die der Vorstoss tangiert: Dürfen Verwaltungsräte, die im BDWM-Verwaltungsrat sitzen und die gleichzeitig ein öffentliches Amt ausüben und es nur deshalb in den Verwaltungsrat geschafft haben – dürfen solche Verwaltungsräte ihr Honorar für sich behalten? Oder liefern sie es – zum Beispiel als Gemeinderat – ihrer Gemeinde ab? Etwa so, wie der Regierungsrat seine Honorare aus Verwaltungsratstätigkeiten der Staatskasse abliefert.

Fast scheint es, dass Kellers Vorstoss eine ganz andere Diskussion beflügelt, als er eigentlich wollte.