Ecopop-Ja

Die SVP bringt die Geister nicht mehr los

SVP-Aargau Delegiertenversammlung mit Pro-Ecopop Votant Hans Geiger, Contra Hansjörg Knecht und Parteipräsident Thomas Burgherr.

SVP-Aargau Delegiertenversammlung mit Pro-Ecopop Votant Hans Geiger, Contra Hansjörg Knecht und Parteipräsident Thomas Burgherr.

Die Aargauer SVP-Oberen reiben sich die Augen. Ihre Basis verweigert ihnen die Gefolgschaft und empfiehlt mit klarer Mehrheit ein Ja zu Ecopop. Wundern darf sich die SVP-Spitze nicht. Ein Kommentar.

Wer seiner Anhängerschaft wie bei der Masseneinwanderungsinitiative einimpft, alles Übel liege in der Zuwanderung und Europa, darf nicht erwarten, dass die gleichen Parteigänger plötzlich ein Ohr haben für Bedenken, eine weitere Abschottung gefährde Wirtschaft und Wohlstand.

Die SVP bringt die Geister nicht mehr los, die sie rief. Die Mahnrufe der Parteileitung, die Ecopop-Vorlage sei wirklich schädlich, verhallen auf dem Weg bis zur Basis.

Und sogar wenn ein Argument mal ankommt: Warum soll sich ein Aargauer Delegierter umstimmen lassen, wenn sein Kantonalpräsident zu verstehen gibt, er sei zwar gegen die Initiative, wünsche sich aber möglichst viele taktische Ja-Stimmen?

Das Spiel mit dem Feuer ist den Unternehmern in der SVP mittlerweile zu heiss geworden. Dass sie ernsthaft befürchten, Ecopop könnte auch ihrem eigenen Betrieb schaden, unterstreicht der Vorstoss von Nationalrat und Transportunternehmer Ueli Giezendanner.

Ausgerechnet der sonst scharfzüngige EU- und Bundesratkritiker appelliert nun mit einem Verteiler von 7000 Mails an die Vernunft der Wähler und erläutert nochmals differenziert die Argumente gegen Ecopop.

Das Problem: Die SVP-Basis zählt ihre eigene Führung für einmal selber zur viel geschmähten Classe politique und will ihr nicht so recht glauben.

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