Ein grosses Plus des Aargaus im Standortwettbewerb ist die gute Erreichbarkeit. Dieser Vorteil des Kantons ist aber in Gefahr: Immer häufiger stockt der Verkehr, die Fahrzeuge stauen sich und die Autofahrer müssen Wartezeiten in Kauf nehmen, um ihr Ziel zu erreichen.

Dies wollen die bürgerlichen Parteien verhindern: Die FDP verlangt den Ausbau der A1 auf sechs Spuren, die SVP ein Konzept zur nachhaltigen Verflüssigung des Verkehrs auf den Kantonsstrassen.

Wie sich die Partei dies vorstellt, wird in ihrem Vorstoss schnell klar: Sie setzt auf Ausbauten und neue Umfahrungen, will die Staus also mit Bagger und Walze beseitigen.

Dies erinnert an die Rezepte der Auto-Partei, die einst mit dem Slogan «freie Fahrt für freie Bürger» um Stimmen warb. Dies ist heute eine Illusion, die freie Fahrt gibt es kaum noch – und das lässt sich mit mehr Strassen nicht überall nachhaltig ändern.

Nötig ist ein Ausbau der A1, sinnvoll sind Umfahrungen in Mellingen oder Suhr, die eine Entlastung des Zentrums bringen. Aber es gibt auch Orte wie Baden, wo ein weiterer Ausbau der Verkehrsinfrastruktur kaum möglich ist. Hier sind andere Lösungen gefragt: Eine bessere Verkehrslenkung mit digitalen Anzeigetafeln, mehr Kapazitäten bei Bus und Bahn, ein attraktives und sicheres Netz an Velowegen.

Nur eine clevere Kombination von öffentlichem und privatem Verkehr kann die Stauprobleme im Aargau lösen. Für den Arbeitnehmer, der auf dem Land wohnt, aber in der Stadt arbeitet, könnte das heissen: Mit dem Auto bis zur Stadtgrenze, dort parkieren und mit dem Bus, der S-Bahn oder dem Velo ins Zentrum.