Ich habe wirklich Besseres zu tun, als mich mit Ostern zu beschäftigen. Sie sagen: «Ostern ist doch vorbei?»

Ostern ist mitnichten vorbei. Jetzt ist Ostern erst so richtig anstrengend. Denn sie stehen und liegen überall, die übrig gebliebenen Schokoladehasen und Schokolade-Eier. Ein Nest mit Eiern steht in der Velostation, wo ich morgens mein Velo hole, eines zu Hause und das schlimmste im Büro.

Dort laden alle ihre Schokolade ab und hoffen, ein anderer werde sich die Kalorien an die Hüften modellieren. Man sollte das Nest via Webcam zur Beobachtungsstation für Verhaltensforscher machen. Man sieht die Leute, wie sie an der Schokolade vorbeigehen, einen Blick drauf werfen.

Manchmal verlangsamen sie ihren Schritt, mustern die Variationen der Versuchung, ziehen die Hand doch wieder zurück. Ab und zu sagt einer: «Es hat noch Schokolade!» und meint damit: «Liebe Kollegen, nun esst sie doch, damit das Leiden ein Ende hat.»

Schoggihasen-Test: Die Billigsten sind die Besten.

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Heutzutage beginnt das Leiden nach Ostern. Ich will keine religiösen Gefühle verletzen, und doch: Jesus mag am Karfreitag am Kreuz gelitten haben, aber wir mit Panadol, Ponstan und mit anderen Schmerzmittel Verwöhnten leiden heute stattdessen an der Schokolade.

Es ein grausames Spiel mit unseren Widerstands-Kräften. Es gibt nur Minus-Punkte: Dann nämlich, wenn doch mal einer ins Nest greift und die Schokolade auspackt. «Ein Schokolade-Opfer!», jubilieren die Beobachter innerlich, «eine Versuchung weniger für mich!» Und natürlich weiss das der Ertappte, auch wenn er noch so trotzig in die Schoggi beisst.

Man sollte mal den Schaden für die Wirtschaft berechnen, weil wir post-österlich ständig damit beschäftigt sind, uns selber vom Schokolade-Essen abzuhalten, statt uns voll auf die Arbeit zu konzentrieren.

Meine vierjährige Nichte hat es da viel besser. Sie nutzt jede unaufmerksame Minute der Erwachsenen (wahrscheinlich dann, wenn die überlegen, ob sie nicht doch noch ein Schoggi-Ei essen sollen), um sich mit Schokolade vollzustopfen.

Statt etwas Vernünftiges am Mittagstisch zu essen, tanzt sie dann wie Rumpelstilzchen im Zuckerrausch durch die Stube.

Ich weiss genau, was sie sich zum Donnerwetter der Mutter denkt: «Ich wünschte, ich wäre schon erwachsen und könnte so viele Schokolade essen, wie ich wollte.»

Sie wird eine Ernüchterung erleben, meine arme Nichte, und die wird trauriger sein als die, dass es keinen Osterhasen gibt.

Schauen, schnüffeln, probieren: Die Schüler testen die sieben Schoggi-Hasen auf Verpackung und Geschmack:

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