Politiker, die einem Bankchef den Lohn kürzen, glauben, den Applaus der Bevölkerung auf sicher zu haben. Schliesslich haben etliche Grossbanken weltweit grossen Schaden angerichtet. Die Aargauische Kantonalbank war allerdings nicht darunter. Sie agiert im Gegenteil sehr erfolgreich und liefert dem Staat von Jahr zu Jahr mehr Gewinn ab.

Doch man könne den Unmut der Bevölkerung nicht ignorieren, hiess es im Rat. Man müsse «da ansetzen, wo wir können». Bei der eigenen Bank. Künftig verdient ihr CEO also höchstens 600 000 Franken. Nun hält sich auch hier das Mitgefühl der Bevölkerung in engen Grenzen. Schliesslich sind solche Löhne für fast alle jenseits der Erreichbarkeit.

Der Grosse Rat muss aber das Ganze sehen. Dazu gehört, dass nicht nur private, sondern auch kantonale Banken auf dem Markt erfolgreich sein müssen. Da muss der Lohn auch in der Chefetage stimmen. Die Regierung hat mit einem Kompromiss von maximal 715 000 Franken eine tragfähige Brücke gebaut. Damit hätte die Bank leben können und der Rat hätte sein Zeichen gesetzt.

Doch Rot-Grün und SVP beharrten auf dem ursprünglichen, tieferen Lohndeckel. Die SVP konnte damit ihr Ziel vollständig durchsetzen. Dies, obwohl sich nirgendwo abzeichnet, dass sich ein anderer Kanton am Aargau ein Beispiel nimmt. Darum kann dies für den Aargau teuer werden, falls es nicht gelingen sollte, wieder einen Top-CEO zu finden.

Der Ärger des Bankrates ist deshalb verständlich. Doch bei einer Staatsbank bestimmt die Politik die Spielregeln. Nun ist der Bankrat gefordert wie nie zuvor, die beste Lösung an der Spitze zu finden und gleichzeitig zu verhindern, dass hohe Kaderleute von besser zahlenden Banken abgeworben werden.