Den Zorn des 63-jährigen Mannes, dem der Abschluss einer Zusatzversicherung von seiner Krankenkasse verwehrt ist, kann man leicht nachvollziehen. Nur nützt ihm alle Empörung nichts. Gegen diesen Entscheid ist er machtlos und er kann auch nicht zu einer anderen Krankenkasse ausweichen. Keine würde angesichts der Faktenlage mit ihm einen Vertrag über eine Zusatzversicherung eingehen.

Es geht dabei, beteuern die angefragten Versicherungen unisono, nicht primär um das Alter des Mannes, sondern vielmehr um seinen Gesundheitszustand. Wenn
dieser für die Versicherungen ein Risiko darstellt, winken sie ab. Rechtlich sind sie dabei auf der sicheren Seite. Kein Gesetz zwingt sie, mit jemandem eine Zusatzversicherung abzuschliessen.

Das respektieren auch Patientenorganisationen. Sie zeigen sogar dafür Verständnis, wenn eine Krankenkasse ihr Risiko minimiert und einen Patienten aus ökonomischen Gründen ablehnt. Allerdings sagen sie auch, dass bei Krankenkassen – entgegen deren Beteuerungen – nicht nur der Gesundheitszustand eine massgebende Rolle spielt, sondern auch das Alter. Spätestens mit Ü50 sei man dort bezüglich Zusatzversicherungen weg vom Fenster.

Die Lehre daraus: Hans muss ausbaden, was Hänschen verpasst hat. Es gilt, sich rechtzeitig zu überlegen, wie man im Alter versichert sein will. Wer sich früh genug um eine Zusatzversicherung kümmert, muss später nicht jammern, wenn er eine bräuchte, aber keine mehr bekommt.