Bau-Politik

Industriebrachen – eine Entlastung für die grüne Wiese

Auf dem Areal der ehemaligen Reichhold Chemie in Hausen und Lupfig sollen sich neue Firmen ansiedeln können.

Auf dem Areal der ehemaligen Reichhold Chemie in Hausen und Lupfig sollen sich neue Firmen ansiedeln können.

Die Bevölkerung wächst – im Aargau wird ein überdurchschnittliches Wachstum vorausgesagt. Industriebrachen können helfen, den Bevölkerungsdruck zu lindern. Ein Kommentar.

Eine stetig wachsende Bevölkerung, lange Staus auf den Autobahnen, überfüllte Züge, weit ins Grüne wachsende Siedlungen und Zentren, wo die Menschen eng zusammengepfercht wohnen: So sieht nicht nur das Schreckgespenst
auf den Ecopop-Plakaten aus. Das Thema beschäftigt die Menschen, dies zeigen die Volksentscheide der letzten Jahre. Dass die Zweitwohnungsinitiative, die Landschaftsschutzinitiative im Kanton Zürich und das neue, strenge Raumplanungsgesetz angenommen wurden, ist kein Zufall.

Gerade im Aargau, dem ein überdurchschnittliches Bevölkerungswachstum prognostiziert wird, ist die Frage, wo die neuen Einwohner leben sollen, besonders wichtig. Dass die Regierung bei der Umsetzung des Raumplanungsgesetzes vorwärtsmacht und das künftige Siedlungsgebiet schon definiert hat, ist positiv. Auch mit Blick auf die Horrorszenarien, die vor der Ecopop-Abstimmung heraufbeschworen werden, ist festzuhalten: Der Aargau setzt die Vorgaben des Bundes vernünftig um.

Neben dem Verzicht auf grossflächige Einzonungen und einer massvollen Verdichtung können auch Industriebrachen ein Puzzleteil der neuen Raumplanung sein. Mit einem Potenzial von Wohnraum für 15 000 Menschen können sie den Bevölkerungsdruck lindern. Tatsache ist aber, dass es heute schwieriger ist, eine Industriebrache umzunutzen, als ein Grundstück auf der grünen Wiese zu überbauen. Dies wird sich ändern, wenn die Bauzonen im Aargau knapper werden. Mit dieser Entwicklung könnten Industriebrachen, die heute noch oft als Schandflecke gelten, zu attraktiven Wohn- und Arbeitsorten werden.

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