Gemeindewerke

Heimatschutz kann auch teuer werden

Auf dem Weg zur Aktiengesellschaft: Gemeindewerke Villmergen.

Auf dem Weg zur Aktiengesellschaft: Gemeindewerke Villmergen.

Der Gemeinderat von Villmergen hält es für angebracht, die Gemeindewerke in eine Aktiengesellschaft umzuwandeln. Viele Bürgerinnen und Bürger sind skeptisch. Der Kommentar.

Villmergen will seine Gemeindewerke in eine Aktiengesellschaft umwandeln. Der Gemeinderat erachtet das als nötig, weil die aktuelle Struktur dem veränderten wirtschaftlichen Umfeld nicht mehr entspricht.

Die Gemeindewerke erzielten in den letzten Jahren bei einem Jahresumsatz von rund 14 Millionen Franken jeweils einen Gewinn von rund 900'000 Franken, der in die Gemeindekasse geflossen ist. Damit diese Geldquelle auch in Zukunft nicht versiegt, soll die Führungsstruktur auf eine professionelle Basis gestellt werden.

Jetzt ist der politisch zusammengesetzte Gemeinderat dafür verantwortlich. Künftig soll es ein Verwaltungsrat sein, der nach fachlichen Kriterien bestellt wird.

Rund zwei Drittel der mit Villmergen vergleichbaren Gemeindewerke im Aargau haben diesen Schritt bereits vollzogen. Alle aus dem gleichen Grund: Die Gemeinderäte sind mit der steigenden Komplexität der Geschäfte fachlich und zeitlich mehr und mehr überfordert.

Sie möchten die Weichen so stellen, damit auch in Zukunft das Geld von den Werken in die Gemeindekasse fliesst und nicht umgekehrt. Die Gemeinden, welche einen Führungswechsel bereits vollzogen haben, sprechen ausnahmslos von positiven Erfahrungen.

In Villmergen sind viele Bürgerinnen und Bürger noch skeptisch. Das ist nachvollziehbar. Die Werke gehören ihnen nach
einer Rechtsformänderung zwar weiterhin, aber sie verlieren ihren bisherigen direkten Einfluss.

Allerdings: In diesem komplexen Bereich könnte zu viel Heimatschutz auf die Dauer auch sehr teuer werden.

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