Fast exakt zwei lange Jahre liegen noch vor uns, bis unser neuer Kreisel endlich wieder in Fahrt kommt und bis endlich wieder unser Fest der Superlative steigen kann.

Wir werden es der Schweiz zu zeigen wissen: So kommt man in Fahrt, so festet man! Unser Badenfahrt-OK steht einmal mehr vor einer immensen Herausforderung und wird diese einmal mehr bravourös zu meistern wissen! Bis auf das eine – vielleicht:

Seit dem Entwachsen meiner spätpubertären Phase wünsche ich mir ein Fest auch mal mit Ruhe, Mystik, Zauber, ja ein Fest, welches weder von Menge oder Lärm dominiert wird! Ein Fest, welches zumindest abschnittweise durch das höchste Gut eines jeden Festes geprägt wird: durch die Begegnung der Menschen.

Drum hier einmal eine informelle Erhebung: gäbe es denn überhaupt Vereine, die bereit wären, sich quasi auf ein «Slow-Fest» einzulassen?

Vereine, welche bereit wären, ihre Feststätte auf das Maximum zu reduzieren: lasst uns mal beispielsweise von Maximum 30 Watt Musiklautstärke sprechen, oder von höchstens 200 Watt Scheinwerferlicht.

Der Rest Kerzenlicht, Feuerstellen, untereinander abgesprochene akustische Konzerte, genügend Raum für Gastfreundschaft und feine Kreativität wie Gewänder oder Kochkunst sowie gepflegte, unkomplizierte, ja herzerfrischende Begegnungen. Vordergründig unspektakulär, dafür nachhaltig.

Vereine meldet Euch JETZT! Welcher Kochclub, welche Tanzgruppe, Jödeler, Turner oder Schachverein wäre denn bereit, seine Feststätte auf besagtes Maximum zu reduzieren und sich den noch zu definierenden Minimalnormen für eine fröhliche, gepflegte Unterhaltung zu verschreiben? Ein E-Mail an leserbrief@azag.ch genügt!

Melden sich zehn solche «Slow-Fest»-Anwärter, dann sollten wir mit dem Badenfahrt-Komitee ein eigenes Quartier für diese absprechen. Melden sich fünf solche, dann sollte zumindest eine schöne Ecke für diese gefunden werden. Meldet sich keiner, dann werde ich selber wohl die Mehrheit des Festes auf einem peripheren Bänkli verbringen, in einem Ohr den Trubel, welche 100 000 Menschen eben mit sich bringen, mit dem anderen Ohr bereit für spontane Gespräche mit guten alten Bekannten, die mit Sicherheit irgendwann bei dieser Bank auftauchen werden.

Und das Badenfahrt-OK möge verzeihen: Ich werde immer und illegalerweise 6 Flaschen Rotwein und ein paar Gläser unter dem Bänkli versteckt halten, für Menschen, mit denen ich wieder einmal anstossen möchte. Ond weisch was: Es ist nicht auszuschliessen, dass an besagter Parkbank, die eigentlichen, ja die grössten Feste stattfinden werden!

Ergo so oder so: Ich freue mich auf eine Ecke Silentium@Baden-in-Fahrt.ch!