Ungewohnt deutlich begründet die Gemeinde Ennetbaden den Entscheid, die Fusionsbemühungen mit Baden und anderen Regionsgemeinden vorläufig zu sistieren. Die aktuelle politische Situation in Baden bilde keine erfolgversprechende Basis, um ein zukünftiges Regionenmodell zu starten. Während alle anderen umliegenden Gemeinden von Fusionen gar nichts wissen wollen, zeigt Ennetbaden ausgerechnet der einzigen heiratswilligen Braut die kalte Schulter – eine groteske Situation.

Um die politische Situation in Baden steht es in der Tat nicht zum Besten und es ist begreiflich, dass der Ennetbadener Gemeinderat in der jetzigen Situation wenig Lust verspürt, sich mit Baden zusammenzuschliessen. Und doch wird man den Eindruck nicht ganz los, dass Ennetbaden die Schwierigkeiten der Badener gerade recht sind. Denn seit das Thema Regionalstadt letzten Sommer aufgekommen ist, hat man nicht den Eindruck erhalten, die Verantwortlichen auf Ennetbadener Seite würden sich mit Herzblut für die Fusionsidee – gerade auch mit Baden – einsetzen. Im Gegenteil, es wurden schnell Giftpfeile geschossen und Vorbehalte geäussert. Wenigstens herrscht jetzt Klarheit.

Bedauerlich ist der Entscheid allemal. Denn es wäre den beiden Gemeinden zuzutrauen (gewesen), die Vision einer grossen Regionalstadt mit gutem Vorbild voranzutreiben.