Einige Beispiele: «Warum sind wir unter den Kantonen punkto Standortattraktivität auf Rang 4 und beziehen trotzdem beim Finanzausgleich 187 Mio. Franken von anderen?» Oder: «Warum darf in unserem Dorf eine englischsprachige Hebamme ohne entsprechende Ausbildung Frühenglisch unterrichten?» Oder: «Warum sind im Aargau, geschätzter Partner im kleinen Grenzverkehr, die ausländerfeindlichen Reflexe so stark?»

Nun sind Journalisten eigentlich dazu da, um Fragen zu beantworten. Wenn sies nicht wissen, müssen sies halt abklären. Ich habe mich deshalb bemüht, wenigstens zu zwei Fragen vom letzten Sonntag eine Antwort zu erhalten. Zum einen: Warum muss der Aargau ein Sparpaket schnüren, obwohl die Ausgaben pro Kopf in keinem Kanton so tief sind wie bei uns? Die Antwort stammt von Landammann und Finanzdirektor Roland Brogli: «Fast alle Kantone schnüren zurzeit Sparpakete. Wir müssen schauen, dass Einnahmen und Ausgaben im Lot bleiben, nicht anders als bei einem Privathaushalt. Unsere Ausgaben wachsen schneller als die Wirtschaft, vor allem wegen neuer Aufgaben. Auf der Einnahmenseite macht uns nebst der abflachenden Konjunktur vor allem der Wegfall von Erträgen aus unseren Beteiligungen– zum Beispiel Axpo oder Nationalbank – Sorgen.»

Die andere Frage: Muss der Kanton punkto Tagestrukturen und Kinderbetreuung den Gemeinden wirklich Vorschriften machen? Die Antwort stammt von Elisabeth Abbassi, Präsidentin des Lehrerdachverbandes alv. «Auch wenn das Thema vom Bildungs- ins Sozialdepartement gezügelt worden ist: Es geht eben nicht nur um einen Kinderhütedienst. Es geht vor allem um ein wichtiges pädagogisches Anliegen, nämlich um die frühe Förderung, gerade von Kindern aus bildungsfernen Häusern. Es ist zwingend, dass der Kanton hier Qualitätsvorschriften erlässt.»

Womit bewiesen wäre: Die Lektüre dieser Kolumne ist meistens mit Gewinn verbunden.