Längst geht es nicht mehr um reelle Wahlchancen, sondern um das Sich-in-Erinnerung-Rufen. Hallo, liebe Wähler, wir sind auch noch da.

Doch der Aargau hat nicht nur (mindestens) acht Ständeratskandidaten, sondern auch wieder einen Bundesratskandidaten, nämlich SVP-Mann Hansjörg Knecht (Eigen-Slogan: «Knecht wählen, Könige hat es genug»). Sein Parteipräsident Toni Brunner hat ihn lanciert, der «Schweiz am Sonntag» gestand er auch, warum: Knecht habe «eine der modernsten Mühlen Europas». Offenbar ist Brunner der Ansicht, die Mühlen im Bundesrat mahlten heute zu langsam. Knechts beruflichen Erfolg in Ehren – doch für den Bundesrat braucht es noch ein paar andere Fähigkeiten. Wir zweifeln nicht daran, dass Knecht einige davon hat.

Von den Wahlen 2015 nochmals zurück zu den Ständeratswahlen 2011. Kürzlich habe ich in einer Kolumne geschrieben: «Vor vier Jahren setzte die SVP nicht mehr auf Maximilian Reimann (er wäre gern nochmals angetreten), sondern auf den elf Jahre jüngeren Ulrich Giezendanner, der prompt durchfiel.» Auf diesen Passus hat Maximilian Reimann prompt reagiert. Er schrieb mir: «Dass Ueli Giezendanner für den Ständerat kandidieren würde und ich für den Nationalrat, das war von uns zwei von langer Hand geplant. Ich fand: 16 Jahre im Ständerat sind genug. Hingegen reizte es mich, zurück im Nationalrat Anliegen der älteren Generation zu vertreten. Es stimmt also nicht, dass ich betupft war, dass Ueli für den Ständerat aufgestellt wurde. Und es stimmt nicht, dass ich erst nach der Ständeratsnominierung beschlossen habe, nochmals für den Nationalrat zu kandidieren. Der Plan stand längst fest. Nicht die Parteileitung hat ihn so eingefädelt, sondern wir zwei.»

Womit ein historischer Irrtum korrigiert wäre. Wie kam er zustande? Reimann: «Ein Journalist hat es dem anderen abgeschrieben. Aber keiner hat mich gefragt, wie es wirklich war.»