Sparmassnahmen

Der Aargau spart bei den Lehrern – irgendwie

Lehrer-Demo im Mai 2014 vor dem Grossratsgebäude in Aarau. (Archivbild)

Lehrer-Demo im Mai 2014 vor dem Grossratsgebäude in Aarau. (Archivbild)

Der Aargau kommuniziert heute offensiv, auch wenns um unangenehme Sparmassnahmen geht. Doch oft hat die Regierung zuvor keine detaillierte Strategie entworfen – wie im Fall bei den Lehrern.

Die Geschichte scheint sich zu wiederholen. Als die Regierung 2013 ihr Sparpaket präsentierte, diagnostizierten wir an dieser Stelle eine allzu voreilige Kommunikation: Statt zuerst das Unvermeidliche und das vielleicht Vermeidliche mit den Betroffenen zu erarbeiten, ging man nach gehabter eigener Beratung gleich mit der Schockmeldung an die Öffentlichkeit. Die Begründung damals: «Wenn wir immer mit allen reden würden, könnten wir nirgends sparen.» So viel zum Thema Vertrauen in die Fachleute an der Front.

Nun muss man weiter sparen, denn das Defizit droht weiter anzuschwellen. Man werde den geplanten Etat an Lehrpersonen um 200 bis 250 Einheiten senken, wie das geschehe, werde das Bildungsdepartement sagen, liess sich Finanzdirektor Brogli kürzlich in den Medien zitieren. Als Journalisten beim BKS nachfragten, wie denn das genau gehen soll, lautete die Antwort: Das müsse man zuerst erarbeiten. Folge: Aufruhr im ganzen Land, vorab natürlich im Lehrerland.

Es ist ja schön, dass die Regierung von der früheren informationsverhindernden Informationspolitik Abstand genommen hat und heute offensiv kommuniziert. Aber nun ist man offenbar ins Gegenteil verfallen. Man kommuniziert früh eine Generalabsicht, verängstigt und verärgert damit Tausende, viele davon unnötigerweise. Hätte man zuerst eine detaillierte Strategie entworfen und diese gut erklärt, hätte man den Schaden in Grenzen halten können. Nun ist das Geschirr kaputt, zerschlagen durch einen offensiven Informations-Handstreich. Man wird es kaum mehr flicken können.

Defensive (Nicht-) Information gibt es indes auch noch. Ein Beispiel: Gemäss Grossratsbeschluss werden die Einschulungsklassen zwar nicht abgeschafft, aber die Mittel werden ihnen halbiert. Regierung und Parlament haben deshalb verfügt, gesamtkantonal dürfe der Anteil der Einschulungsklässler nur 8 Prozent betragen. Gesamtkantonal? Wie genau soll das gehen? Wenn Schule A nur 6 Prozent EK-Schüler hat, darf Schule B dafür 10 Prozent haben? Nun hat man den Unsinn still und leise korrigiert: Der Maximalsatz gilt pro Schule, nicht für den Gesamtkanton. Aha.

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