Stau in Baden

Es braucht ein Umdenken

Neuralgischer Knoten: Der Schulhausplatz in Baden wird saniert.

Neuralgischer Knoten: Der Schulhausplatz in Baden wird saniert.

Fast täglich kommt der Verkehr in und um Baden zu den Stosszeiten zum Erliegen – schon bevor die Sanierung des Schulhausplatzes begonnen hat. Ein Kommentar.

Die Bauarbeiten am neuralgischen Knoten werden zwei Jahre lang dauern, und die bange Frage steht im Raum: Kommt es dann zum Totalkollaps? 

Die Behörden beschwichtigen: «Während der Sanierung des Schulhausplatzes wird der Verkehr gleich, wenn nicht sogar besser fliessen als heute», teilen sie mit. Und: «Die Stadt bleibt während des Umbaus jederzeit erreichbar.» Sie begründen dies damit, dass gleich fünf Achsen gesperrt sein werden, wodurch sich der Verkehr auf den anderen Achsen verflüssigen sollte.

Wirklich? Wer das morgendliche und vor allem das abendliche Verkehrschaos in der Innenstadt und rund um den Schulhausplatz erlebt, wird viel eher denken: Wenn schon die heutige, kleine Baustelle beim Schulhausplatz genügt, um den Verkehr bis weit über die Stadtgrenzen fast zum Erliegen zu bringen, dann ist das Chaos bei der nächstes Jahr beginnenden Sanierung des Schulhausplatzes vorprogrammiert.

Jede verlorene Minute im Stau ist nicht nur ärgerlich und nervenaufreibend, sondern kostet die Volkswirtschaft in der Summe mehrere Millionen Franken. Und doch könnte die jetzige, teilweise chaotische Verkehrssituation in und um Baden auch Gutes bewirken. Dann nämlich, wenn sie jeden Verkehrsteilnehmer dazu animiert, sein Mobilitätsverhalten zu überdenken.

Dabei stehen weniger Fahrgemeinschaften oder das Umsatteln aufs Velo im Fokus – diese Alternativen mögen einzelne ansprechen, sind aber nicht massentauglich. Nein, eine spürbare Verkehrsentlastung gibt es erst dann, wenn wir auf den öV umsteigen – vorausgesetzt, der Bus steckt nicht selber im Stau.

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