Der Kanton spricht von einem «Glücksfall». Doch die Bauern sehen das ganz anders. Sie nehmen die Bevorzugung von Pro Natura persönlich und fühlen sich hintergangen.

Es stimmt, dass Pro Natura im Aargau keinen landwirtschaftlichen Leistungsausweis hat – einmal abgesehen von der kläglichen Affäre um verendete Wasserbüffel. Es ist auch richtig, dass Pro Natura immer wieder mit Landwirten und Landwirtschaft im Clinch liegt.

Es leuchtet ein, dass die Bauern befürchten, dass Pro Natura auf den 41,5 Hektaren auf der «Juraweid» vor allem naturschützerisch tätig sein will und gar kein besonderes Interesse an einer landwirtschaftlichen Nutzung haben könnte.

Man versteht den Unmut, wenn beklagt wird, dass Pro Natura inzwischen die grösste private Grundeigentümerin im Kanton ist. Kein Wunder, fühlen sich jetzt viele Bauern vom Regierungsrat verraten, der betont, wie wichtig ihm die Landwirtschaft sei, dann aber wertvolles Land der Pro Natura verkauft.

Der Verkauf der «Juraweid» an Biberstein und Pro Natura ist ein politischer Entscheid. Es ging in erster Linie darum, den rührigen Bibersteinern ihre «Juraweid» zu sichern. Und das war nur im Zusammenspiel mit der Pro Natura möglich und erforderte dieses Bauernopfer.

Deshalb steht die Pro Natura nun in der Pflicht. An ihr ist es, alle Vorbehalte und Vorurteile der enttäuschten Bauern zu entkräften und zu widerlegen.