Andreas Glarner, unzimperlicher SVP-Grossrat, Unternehmer und Gemeindeammann aus Oberwil-Lieli, hat einen neuen Job. Er ist Präsident der SVP Bremgarten. Glarner hat dieses Amt wirklich nicht gesucht; die SVPler aus Bremgarten haben ihn innig gebeten und gedrängt. Denn in Bremgarten läuft es gar nicht gut und vieles aus dem Ruder. Da kann die SVP nicht mehr tatenlos zusehen. Und weil man alleine im Kampf gegen das links-grüne Übel im Städtchen überfordert ist, haben die besorgten SVPler messerscharf erkannt: Das ist ein Fall für Glarner!

Ahnungslose Puristen werden nun entrüstet ausrufen und sich beschweren: Der Gemeindeammann aus dem wohlhabenden Oberwil-Lieli auf dem Mutschellen kann doch nicht die SVP unten in Bremgarten leiten; das muss doch bitte gefälligst ein echter Bremgarter tun.

Doch bekanntlich erfordern besondere Situationen eben besondere Massnahmen. Und Glarner ist eine besondere Massnahme. Immerhin war sein Grossvater früher Stadtrat in Bremgarten. Das signalisiert doch schon eine gewisse Nähe zum Reussstädtchen. Also wird Glarner schon bald die trügerische Ruhe rund ums Asylzentrum auf dem Waffenplatz einer genauen Prüfung unterziehen. Und das ist erst der Anfang.

Die Kritiker des vermeintlich ortsfremden Präsidenten Glarner müssen lernen, die grossen Zusammenhänge zu erkennen. Denn wenn Glarner es schafft, in Bremgarten für Ordnung zu sorgen – und daran zweifelt ja wohl nun wirklich niemand, dann ist er bereit für höhere Aufgaben. Er wird in Aarau bei der Regierung zum Rechten schauen, er wird in Bern aufräumen und in nicht allzu ferner Zukunft hoffentlich auch noch in Brüssel. Ja, Bremgarten ist erst der Anfang. Glarner, übernehmen Sie!