Für die Mundartband Stiller Has ist der Fall klar: «Aarau ar Aare – dürefahre!», «Zofinge isch so schwierig zfinde» und «muesch zrugg gäge Brugg» heisst es im bekannten Lied «Walliselle». Nicht nur für die Band, auch für viele andere auf der
Autobahn ist der Aargau bisher ein Durchfahrtskanton. Dabei hat der Kanton viel mehr zu bieten als nur eine gute Verkehrsinfrastruktur, die ihn für die Wirtschaft und für Pendler attraktiv macht.

Es lohnt sich, eine Autobahnausfahrt im Aargau zu nehmen, ein Schloss zu besichtigen, durch die schöne Landschaft um
den Hallwilersee zu spazieren oder sich in einem Thermalbad zu erholen. Dass der Kanton nun mit 15 neuen, attraktiv gestalteten Tafeln an den Autobahnen für seine Sehenswürdigkeiten wirbt, zeugt von seinem gesunden Selbstbewusstsein. Es ist auch sinnvoll, dass die neuen Tafeln konkrete Touristenziele zeigen, statt wie bisher nur auf die Täler hinzuweisen.

Doch wäre es unrealistisch, nur wegen der Tafeln nun sofort grosse Touristenströme im Aargau zu erwarten. Sie sind vielmehr ein weiteres Puzzleteil in der touristischen Vermarktung des Kantons, der ab 2015 auch national als eigene Tourismusregion geführt werden soll. Und dank den neuen Tafeln dürfte auch Stiller Has erfahren, dass es sich durchaus lohnt, im Aargau den Fuss vom Gaspedal zu nehmen. Also nicht «dürefahre» in Aarau, sondern durch die Altstadt flanieren, am Thutbrunnen in Zofingen verweilen, der nun gut zu finden ist, oder nicht «zrugg gäge Brugg» zu fahren, sondern gleich von Anfang an dort den Vindonissapark zu besuchen.