Lohnerhöhung

Das Staatspersonal verdient mehr Lohn

Das Staatspersonal hat mehr Lohn verdient. (Symbolbild)

Das Staatspersonal hat mehr Lohn verdient. (Symbolbild)

Die Regierung will den Lohn der Staatsangestellten um 1 Prozent erhöhen, die zuständige Kommission jedoch nur um 0.7 Prozent. Was ist angemessen? Ein Kommentar.

Vor einem Jahr liess der Aargauer Grosse Rat Regierung und Personalverbände mit ihren Lohnvorschlägen für das Staatspersonal ins Leere laufen. Er lehnte eine Erhöhung rundweg ab. Dieses Jahr muss das Staatspersonal ein solches Ergebnis nicht befürchten. Und doch sind sich Regierung und vorberatende Kommission wieder nicht einig: Erstere will eine durchschnittliche Erhöhung der Löhne um 1 Prozent, Letztere nur um 0,7 Prozent.

Was ist angesichts der wohl auch in naher Zukunft sehr tiefen Inflation und der schwierigen finanziellen Lage vieler Kantone angemessen? Und womit soll man vergleichen? Mit anderen Kantonen oder mit der Gesamtwirtschaft? Eine Richtschnur gibt eine ganz neue UBS-Umfrage vor: Demnach zahlten 370 Unternehmen für 2014 durchschnittlich ein Prozent mehr Lohn, 2015 sollen es 0,9 Prozent werden.

Dies zeigt: Wenn der Aargau nicht nur in der freien Wirtschaft, sondern auch beim Staatspersonal konkurrenzfähig bleiben will, muss er in seine Angestellten investieren. Nach dem letztjährigen Verzicht wäre diesmal ein Prozent angemessen. Ob es aber auf so viel oder auf weniger hinausläuft, hängt in der Grossratsdebatte auch davon ab, wer die überzeugenderen Vergleichsbeispiele vortragen kann.

Eine separate Debatte wert wäre dafür das komplexe Lehrer-Lohnsystem, das mit zunehmendem Alter einen Lohnerhöhungsautomatismus vorsieht – etwas, das man in der Privatwirtschaft kaum mehr kennt.

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