Euro-Krise
Wird Peitschen-Peer Herr über den Euro?

Der frühere deutsche Finanzminister Peer Steinbrück machte der Schweiz das Leben schwer. Nun wird Steinbrück als Präsident der Europäischen Zentralbank ins Spiel gebracht.

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Die deutsche SPD bringt ihren früheren Finanzminister Peer Steinbrück für den Chefposten bei der Europäischen Zentralbank (EZB) ins Spiel. Diesen überraschenden Vorschlag machte Fraktionschef Frank-Walter Steinmeier. Steinbrück würde die Nachfolge von EZB-Präsident Jean-Claude Trichet antreten.

Steinmeier sagte heute zu Spiegel Online: «Wer ernsthaft an einer deutschen Kandidatur für den EZB-Präsidenten festhalten will, wird an einer international so ausgewiesenen Figur der Finanzpolitik wie Steinbrück kaum vorbeikommen.» Er erwarte, dass die Regierung bei der Suche nach einem Trichet-Nachfolger den Kontakt zur Opposition suche. «Aber ich befürchte, lieber gibt die Bundesregierung die Kandidatur auf, als auf uns zuzukommen», sagte Steinmeier.

Steinbrück respektiert

Am Tag zuvor hatte der bisherige Favorit Axel Weber angekündigt, sich von der Spitze der deutschen Bundesbank und aus dem EZB-Rat zurückzuziehen. Als Grund für seinen Verzicht auf den Chefposten im Frankfurter Eurotower nannte Weber Sorge um seine Glaubwürdigkeit. Er fühlte sich im EZB-Rat isoliert, weil er sich öffentlich gegen den Aufkauf von Staatsanleihen gestellt hatte.

Steinbrück steht in der Finanzwelt hoch im Kurs, weil er Deutschland als Finanzminister von Angela Merkel von 2005 bis 2009 unter anderem mit mehreren Konjunkturpaketen erfolgreich durch die Wirtschaftskrise gebracht hatte.

In der Schweiz hatte Steinbrück mit seiner wiederholten Kritik am Bankensystem und dem Umgang mit deutschen Steuersündern in der Schweiz teilweise heftige Reaktionen ausgelöst. Dieses Frühjahr veröffentlichte er seine Autobiografie «Unterm Strich». Der «Südostschweiz» sagte Steinbrück auf seiner Buch-Tournee durch die Schweiz, «dass die Menschen besser verstehen, was ich gesagt habe». Wer ihn näher kennengelernt habe, sei zur Erkenntnis gelangt, «dass ich nicht so garstig bin, wie ich gelegentlich rede oder aussehe».

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