Indien
«Wenn man Vergewaltigung nicht verhindern kann, sollte man sie geniessen»

Indiens Polizeichef Ranjit Sinha tritt mit diesem Spruch in ein metertiefes Fettnäpfchen. Auch wenn er beteuert, der Satz sei in einem anderen Kontext gefallen – den aufziehenden Shitstorm konnte er nicht mehr verhindern.

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Indiens Polizeichef tritt mit Vergewaltiger-Spruch ins Fettnäpfchen.

Indiens Polizeichef tritt mit Vergewaltiger-Spruch ins Fettnäpfchen.

Screenshot Youtube

«Wenn wir die Leute nicht haben, um das Verbot durchzusetzen, ist das wie wenn man eine Vergewaltigung nicht verhindern kann und sie dann besser geniesst» – mit diesem Spruch wollte der Chef der indischen Bundespolizei CBI am Dienstag seine Meinung zu illegalen Wettgeschäften Ausdruck verleihen. Doch das Gleichnis ging mächtig in die Hose.

Ein Shitstorm sondergleichen brach über den 60-Jährigen ein. Etliche Politiker bezeichneten den Spruch als «abscheulich» und forderten Sinhas Rücktritt. Frauenaktivistin Brinda Karat sagte gegenüber einer indischen Zeitung: «Es ist unmöglich, dass ein Mann, der mit den Ermittlungen in mehreren Vergewaltigungsfällen betraut ist, solche Vergleiche zieht.»

Zwar entschuldige sich Sinha umgehend und betonte sein «tiefes Bewusstsein von Achtung und Respekt für Frauen», jedoch hatte er sich bereits kilometerweit ins Abseits manövriert.

In Indien sind Vergewaltigungen an der Tagesordnung. Grössere Beachtung fand dieser Missstand in der indischen Gesellschaft nach der Massenvergewaltigung einer 23-jährigen Studentin im Dezember letzten Jahres.

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