FBI-Rauswurf
Warum Amerika gerade ein heftiges Déjà-vu erlebt

Nach dem Rauswurf von FBI-Chef James Comey werden in den USA Vergleiche mit der Watergate-Affäre um Präsident Richard Nixon laut. Dieser hatte wie Trump einen Chefermittler gefeuert.

Drucken
Teilen
Die Watergate-Affäre kostete US-Präsident Richard Nixon das Amt. Droht Trump das selbe Schicksal?

Die Watergate-Affäre kostete US-Präsident Richard Nixon das Amt. Droht Trump das selbe Schicksal?

Keystone

Wiederholt sich in den USA gerade die Geschichte? Nachdem US-Präsident Donald Trump FBI-Chef James Comey gefeuert hat, hagelt es in Kommentaren Vergleiche zur Watergate-Affäre in den 1970er-Jahren laut.

Der Gebäudekomplex Watergate in Washington steht für einen der grössten Polit-Skandale in den USA. Im Wahlkampf 1972 installierten Einbrecher in dem darin ansässigen Hauptquartier der Demokraten Abhöranlagen und fotografierten Dokumente. Die Spur führte zum Wahlkampfteam der Republikaner und ins Weisse Haus.

Präsident Richard Nixon versuchte, die Affäre zu vertuschen, musste aber 1974 - als bis heute einziger - US-Präsident zurücktreten. Eine besondere Rolle spielten die Enthüllungen des "Washington Post"-Informanten "Deep Throat", bei dem es sich - wie sich im Mai 2005 herausstellte - um den damaligen FBI-Vize Mark Felt handelte.

Nixon feuerte Sonderermittler

Im Zuge der Affäre kam es am 20. Oktober 1973 zum sogenannten "Saturday Night Massacre". Weil der Watergate-Sonderermittler Archibald Cox auf die Herausgabe inkriminierender Telefonmitschnitte des Präsidentenbüros bestand, forderte Nixon seinen Justizminister Elliot Richardson auf, Cox zu entlassen. Richardson weigerte sich und trat aus Protest zurück - genauso wie sein Stellvertreter.

Schliesslich setzte der höchste Anwalt der Regierung (Solicitor General), Robert Bork, die Entlassung durch. Später musste Nixon die Mitschnitte dennoch herausgeben. Cox' Abberufung gilt als einer der schwersten und folgenreichsten Fehler des Präsidenten.

Comeys Rolle im Wahlkampf

US-Medien und die Demokraten vermuteten, dass die Russland-Ermittlungen des FBI der wahre Grund für Comeys Entlassung sind. Diese Untersuchungen gegen Trumps Team legen seit Monaten einen schweren Schatten über die Präsidentschaft des Republikaners.

Comey hatte bereits rund um die US-Wahl 2016 eine herausragende Rolle gespielt. Erst vor wenigen Tagen verteidigte er seine umstrittene Entscheidung, kurz vor der Wahl im November 2016 neue Entwicklungen in der E-Mail-Affäre um Hillary Clinton öffentlich gemacht zu haben. Er sagte: "Es war eine harte Entscheidung, aber ich glaube im Rückblick, dass es die richtige Entscheidung war." (sda/nch)

Aktuelle Nachrichten