USA
Trump zwang Apple, heimlich die Daten von Demokraten preiszugeben

Hochrangige Mitglieder des «House Intelligence Committee» und ihre Familien gerieten wegen eines Leaks ins Visier des damaligen US-Präsidenten.

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Apple-Chef Tim Cook (l.) und Donald Trump bei einem Treffen 2019 im Weissen Haus.

Apple-Chef Tim Cook (l.) und Donald Trump bei einem Treffen 2019 im Weissen Haus.

Archivbild: EPA

Das US-Justizministerium zwang Apple, persönliche Daten zu hochrangigen Politikern sowie deren Mitarbeitenden und Familien herauszurücken. Betroffen waren Mitglieder des House Intelligence Committee – der Geheimdienstausschuss des Repräsentantenhauses. Die fragwürdigen Vorgänge ereigneten sich während Donald Trumps Präsidentschaft.

Die Enthüllungen stammen von der «New York Times» (NYT). Eine der Quellen der NYT-Journalisten bestand darauf, dass Apple nur Metadaten zur Verfügung gestellt habe, nicht aber Fotos oder den Inhalt von E-Mails. Solche Metadaten können zum Beispiel Angaben zu geführten Telefongesprächen sein, wie Zeitpunkt und Gesprächsdauer.

Fakt ist, dass Metadaten sehr viel preisgeben: «Man kann eine Menge lernen, wenn man weiss, wo, wann und mit wem eine bestimmte Person spricht, besonders wenn man das mit anderen Erkenntnissen kombiniert», hält The Verge fest.

Maulkorb verhängt

Apple sei auf juristischem Weg gezwungen worden, Metadaten von mindestens zwei demokratischen Mitgliedern des Geheimdienstausschusses herauszugeben, darunter der derzeitige Vorsitzende Adam Schiff und der Abgeordnete Eric Swalwell. Ausserdem die Metadaten von bis zu einem Dutzend Personen, die mit dem Ausschuss verbunden waren, darunter Familienmitglieder und mindestens ein Kind.

Apple durfte damals die Öffentlichkeit nicht über die Daten-Herausgabe informieren. Dies wegen einer sogenannten Nachrichtensperre («Gag Order»), die die Trump-Administration gegen das US-Unternehmen verfügte.

The Verge erklärt: Der einzige Grund, warum die Öffentlichkeit nun darüber erfahre, sei, weil die US-Justiz unter der neuen Regierung von Joe Biden beschlossen habe, die Vorladungen und Nachrichtensperre der Presse zu offenbaren.

The Verge ruft in Erinnerung, dass Trumps' Justizministerium heimlich die Telefonaufzeichnungen von Journalisten beschlagnahmte, die für die NYT, CNN und die «Washington Post» arbeiten. Dies in der Hoffnung, ihre Quellen zu offenbaren und undichte Stellen («Leaks») zu stoppen.

Apple habe nicht sofort auf eine Anfrage für einen Kommentar reagiert, heisst es in US-Medienberichten. (dsc/watson.ch)

Quellen