Amerika
Nur wer einen negativen Coronatest vorlegen kann, darf unter Präsident Biden durch einen US-Flughafen einreisen

Amerika verlangt ab sofort von allen Flugpassagieren aus dem Ausland einen negativen Covid-19-Test – auch wenn sie den amerikanischen Pass besitzen. Für Schweizerinnen und Schweizer ist die Reise über den Atlantik weiterhin nicht möglich.

Renzo Ruf aus Washington
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Joe Biden spricht im Weissen Haus zu Journalisten.

Joe Biden spricht im Weissen Haus zu Journalisten.

Bild: Evan Vucci / AP (Washington, 26. Januar 2021)

Joe Biden will sein Land zurück auf die Weltbühne führen. Am Dienstag aber verhängte der neue Präsident ein neues Grenzregime. Ab sofort muss jeder Flugpassagier, der nach Amerika fliegen will, einen höchstens drei Tage alten, negativen Covid-19-Test vorweisen. Wer dies nicht kann, dem wird das Boarding des Flugzeugs nach New York oder Miami verwehrt, ganz egal, ob es sich dabei um einen Linienflug oder einen Privatjet handelt. Brisant: Diese Anordnung gilt nicht nur für Ausländerinnen und Ausländer, sondern auch für Besitzer eines amerikanischen Passes ab dem Alter von zwei Jahren. Neu ist auch, dass sämtliche Passagiere aus dem Ausland sich nach ihrer Ankunft in die Quarantäne begeben sollen.

Ausgearbeitet wurden diese neuen Einreisevorschriften noch von der Vorgängerregierung. Biden allerdings entschied sich dazu, sie noch weiter zu verschärfen. Erstens hielt er an der generellen Einreisesperre für Nicht-Amerikaner fest, die sich vor dem geplanten Aufenthalt für 14 Tage im Schengenraum, in Grossbritannien, Irland, China, Iran oder Brasilien aufgehalten hatten. Donald Trump hätte diese Sperre, von der auch Schweizerinnen und Schweizer seit Mitte März 2020 betroffen sind, aufheben wollen. Zweitens setzte Biden auch Südafrika auf diese schwarze Liste, aufgrund der neu entdeckten Coronamutationen. Und drittens lehnte die Regierung Biden Ausnahmebewilligung für Länder ab, in denen es derzeit schwierig ist, auf das Coronavirus getestet zu werden – weil die Nachfrage das Angebot übersteigt.

Ein Vertreter des Aussenministeriums in Washington riet Amerikanern deshalb am Dienstag in eindringlichen Worten von Auslandsreisen ab. Denn im schlimmsten Fall «werden sie viel mehr Zeit als geplant im Ausland» verbringen, sagte Ian Brownlee. «Alle Reisenden sollten einen Plan B haben.»

Gemäss der Gesundheitsbehörde CDC (Centers for Disease Control and Prevention) müssen die Fluggesellschaften dafür sorgen, dass die neuen Einreisevorschriften eingehalten werden. Die Swiss schreibt auf ihrer Website, dass alle Passagiere «ein medizinisches Zertifikat mit einem negativen Covid-PCR- oder Antigen-Testresultat» vorweisen müssten. Auch besteht die Pflicht, eine (englisch formulierte) Bescheinigung in zwei Kopien vorzulegen. «Die Fluggesellschaften wurden angewiesen, diese Dokumente zu verifizieren und den Transport zu verweigern, sollten Passagiere die Bedingungen nicht erfüllen», schreibt die Swiss.

Wie lange diese Vorschriften der Regierung Biden in Kraft bleiben, wollte am Dienstag niemand prognostizieren. Der Präsident sagte am Dienstag aber erneut, dass Amerika noch nicht über den Berg sei und die Krise sich in den Wintermonaten zuspitzen werde. Bis Ende Februar werde die Zahl der Todesopfer in der grössten Volkswirtschaft der Welt auf 500'000 steigen, sagte Biden. «Wir sind nicht über Nacht in das Schlamassel geraten, und es wird Monate dauern, bis wir das Licht am Ende des Tunnels sehen.»

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