Hacker-Attacke
US-Justizbehörde schliesst Megaupload: Hacker rächen sich an FBI

Nachdem die US-Behörden die Datentausch-Plattform Megaupload dichtgemacht haben, hat die Hackergruppe Anonymous Vergeltung angekündigt. Sie drohte, unter anderem die Website der Bundespolizei FBI und des Justizministeriums vom Netz zu nehmen.

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Anonymous-Aktivisten mit ihren Masken. (Archiv)

Anonymous-Aktivisten mit ihren Masken. (Archiv)

Keystone

Tatsächlich waren die Adressen in der Nacht zum Freitag nicht oder nur eingeschränkt zu erreichen. «Anonymous geht auf Rachefeldzug für Megaupload», erklärten die Hacker per Kurznachrichtendienst Twitter.
Zu den anvisierten Zielen gehörten auch die Websites der Plattenfirmen Universal und Warner Music, des Musikindustrie- Verbands RIAA sowie der Filmindustrie-Vereinigung Motion Picture Association of America.

Klage auf halbe Milliarde US-Dollar

Der am Donnerstag bekannt gegebenen Klage zufolge soll das Unternehmen für einen Schaden von mindestens 500 Millionen Dollar verantwortlich zu sein. Der Gründer Kim Dotcom sowie drei weitere Personen seien am Donnerstag auf Veranlassung von US-Behörden in Neuseeland festgenommen worden, teilte das US-Justizministerium mit. Ein weiterer Vorwurf lautet auf Geldwäsche.

Megaupload von US-Justizbehörde geschlossen: Gründer sowie drei Mitarbeiter in Neuseeland verhaftet. Gründer und CEO Kim Dotcom, Mathias Ortmann, Finn Batato und Bram van der Kolk (von rechts nach links). Gründer und CEO Kim Dotcom, Mathias Ortmann, Finn Batato und Bram van der Kolk von rechts nach links), wurden am Donnerstag in Neuseeland verhaftet.

Megaupload von US-Justizbehörde geschlossen: Gründer sowie drei Mitarbeiter in Neuseeland verhaftet. Gründer und CEO Kim Dotcom, Mathias Ortmann, Finn Batato und Bram van der Kolk (von rechts nach links). Gründer und CEO Kim Dotcom, Mathias Ortmann, Finn Batato und Bram van der Kolk von rechts nach links), wurden am Donnerstag in Neuseeland verhaftet.

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Die Anschuldigungen, Megaupload fördere massenhafte Urheberrechtverstösse, seien «grotesk überzogen», erklärte das Unternehmen in einer kurz vor der Schliessung auf seinen Internetseiten veröffentlichten Mitteilung.
Die grosse Mehrheit des Datenverkehrs von Megaupload sei legitim. Man wolle aber nicht aufgeben. Wenn die Unterhaltungsindustrie von der Beliebtheit des Dienstes profitieren wolle, sei man zum Dialog bereit. «Wir haben einige gute Ideen. Meldet euch», hiess es in der Mitteilung des in Hongkong ansässigen Unternehmens.

Im grossen Stil illegal Daten kopiert

Bei Megaupload.com konnten Nutzer Dateien, die beispielsweise zu gross für eine E-Mail sind, auf einen Server des Anbieters hochladen, wo sie von anderen Nutzern wieder heruntergeladen werden können. Nach den Vorwürfen der US-Behörden waren darunter auch in grossem Stil illegal kopierte Musik, Filme, Fernsehprogramme und digitale Bücher.

Megaupload ist nicht nur wegen seiner Grösse einzigartig, sondern auch wegen der prominenten Unterstützung, die die Website geniesst. Darunter sind auch Musiker und Produzenten wie Kim Kardashian, Alicia Keys und Kanye West.
Chef ist der Musiker Swizz Beatz, der seit 2010 mit Keys verheiratet ist. Er wird in der Anklage nicht genannt. Megaupload war den Angaben zufolge zeitweise die 13. meistgenutzte Website im Internet. Zuletzt lag sie noch in den Top 100.

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