Salzburg
Unsere Reporterin sass im Unglückszug: «Leute lagen in ihren Abteilen, viele bluteten aus Platzwunden»

Rebekka Balzarini fährt im Nightjet von Zürich nach Wien, als eine Lok in Salzburg den Zug rammt. Mehrere Dutzend Passagiere werden verletzt. Hier schildert unsere Reporterin, wie sie das Unglück erlebt hat.

Rebekka Balzarini
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Kopie von Zugunglück Salzburg
19 Bilder
Einsatzkräfte versorgen einen verletzten Passagier.
Beim Rangieren kam es im Salzburger Hauptbahnhof zum Unfall.
Feuerwehrleute begutachten den Zug.
Mehrere dutzend Fahrgäste wurden leicht verletzt.
Es folgen weitere Bilder des Zugunglücks.

Kopie von Zugunglück Salzburg

FMT Wolfgang Moser/zvg

Mein Kopf knallte gegen die Wand. War das ein normales Bremsmanöver? Ich richtete mich auf, meine Schwester lag auf dem Boden. Sie war aus dem Bett gefallen. Die zwei Kinder, die zusammen mit ihrem Vater in unserem Liegeabteil reisten, weinten. Der Aufprall war hart und richtig laut.
Aus den anderen Abteilen hörte ich, wie die Leute durcheinander redeten. «Gehts dir gut? Hast du dir was getan?» Bald klopfte der Schaffner an unser Abteil. «Ist hier drin jemand verletzt?» Ich und meine Schwester schauen uns an, der Vater kümmerte sich um seine Kinder. «Nein», riefen wir schliesslich.

Wie ich später über die Medien erfahre, wurden über 50 Menschen verletzt bei diesem Zugsunfall.

Im nächsten Abteil zählte der Schaffner schon drei Verletzte. Ich wollte wissen, was los war und zog mich an. Als ich den Kopf aus dem Abteil streckte, erschrak ich. Viele Leute sassen auf dem Boden oder lagen in ihren Abteilen, viele bluteten aus Platzwunden.
Ich wollte nicht im Weg stehen und ging zurück an meinen Platz. Aus dem Fenster konnte ich sehen, wie die Verletzten versorgt wurden. Viele standen benommen und im Pyjama auf dem Bahnsteig. Neben uns im Abteil wurde eine Frau vom Notarzt versorgt.
Alle waren sehr ruhig, standen nicht im Weg und blieben in den Abteilen. So konnten die Verletzten schnell versorgt werden. Die meisten haben sich verletzt, als sie aus den Betten gefallen sind.

Die Feuerwehr schickte uns schliesslich aus dem Zug. Wir konnten schnell nach Wien weiterreisen.

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