Nahost
Uno-Sprecher bricht während Interview in Tränen aus

Mit Angriffen auf Schulen und Spitäler eines Uno-Hilfswerks verletzt Israel laut Menschenrechtskomissarin Navi Pillay im Gaza das Völkerrecht. Ein Sprecher des Uno-Hilfswerks bricht in einem TV-Interview in Tränen aus.

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Zusammenbruch vor laufender Kamera: UNRWA-Sprecher Christopher Gunnes

Zusammenbruch vor laufender Kamera: UNRWA-Sprecher Christopher Gunnes

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Israel verletzt im Gazastreifen laut dem UNO-Hochkommissariat für Menschenrechte zweifellos Völkerrecht. Das Land missachte Prinzipien der Verhältnismässigkeit und der Vorsicht, sagte die Uno-Hochkommissarin für Menschenrechte Navi Pillay am Donnerstag in Genf an ihrer letzten Medienkonferenz vor dem Ende ihrer sechsjährigen Amtszeit.

Die Attacken des israelischen Militärs gegen Spitäler und Schulen des Uno-Hilfswerks für palästinensische Flüchtlinge (UNRWA) könnten als Kriegsverbrechen angesehen werden, sagte Pillay weiter.

Falls die Hamas Raketen in Schulen, Spitälern oder Moscheen, wo Menschen Zuflucht suchen, lagere oder abschiesse, verletze dies ebenfalls Völkerrecht, sagte Pillay. Sie fügte allerdings an: "Dies erlaubt Israel nicht, seinerseits die Bestimmungen der Genfer Konventionen zu missachten." Die Hochkommissarin will keine Straffreiheit tolerieren - auf keiner Seite.

Uno-Sprecher bricht zusammen

Derweil sorgt ein TV-Interview mit UNRWA-Sprecher Christopher Gunnes für Aufsehen: «Die Rechte der Palästinenser, sogar ihrer Kinder, bleiben ihnen verwehrt, und es ist entsetzlich...», sagt er gegenüber Al Jazeera bevor seine Stimme versagt und er ihn Tränen ausbricht.

Nach dem erneuten Angriff auf eine UNRWA-Schule schrieb Gunnes auf Twitter: «Das ist das 6. Mal, dass 1 unserer Schulen bei Kämpfen in #Gaza getroffen wurde. Unsere Notunterkünfte quellen über.» Gemäss «Spiegel Online» seien bislang fünf Uno-Mitarbeiter, darunter drei Lehrer, getötet worden.

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