Invasion: In diesem Garten in South Wales haben sich Abertausende Spinen an einen Gartenzaun gerettet.

CH Media Video Unit

Überschwemmungen
Abertausende: In Australien flüchten auch die Spinnen vor den Fluten

In den Hochwassergebieten im Südosten Australiens ist noch keine Entspannung der Lage in Sicht. In vielen Regionen, so auch im Süden des schwer betroffenen Bundesstaates New South Wales, stiegen die Pegelstände am Dienstag weiter. Menschen und Tiere flüchten vor den Fluten.

Drucken
Teilen
(dpa)

Australien wird wie kaum ein anderes Land vom Klimawandel gebeutelt. Nach den Bränden 2020 leiden die Menschen unter einem verheerenden Hochwasser. Viele stehen vor dem Nichts.

Einsatzkräfte waren unter anderem mit Hubschraubern und Booten im Einsatz, um Anwohnern zu helfen, die durch die Wassermassen von der Aussenwelt abgeschnitten waren. Speziell im Gebiet des Colo River stieg das Wasser dramatisch. 500 Menschen wurden aufgefordert, ihre Häuser zu verlassen, wie die Nachrichtenagentur AAP berichtete.

«Wir müssen stark sein»

Nach tagelangem Starkregen mussten seit dem Wochenende vor allem nördlich von Sydney 18 000 Menschen in Sicherheit gebracht werden. Die Premierministerin von New South Wales, Gladys Berejiklian, kündigte eine mögliche Evakuierungsorder für weitere Gebiete an, in denen 15'000 Menschen leben.

Zwei Männer sind am Dienstag bei Brisbane aus einem Auto gerettet worden.

Zwei Männer sind am Dienstag bei Brisbane aus einem Auto gerettet worden.

Darren England/EPA

Tagelanger Starkregen hatte zuvor zu einem katastrophalen Hochwasser und der Evakuierung ganzer Ortschaften geführt. Häuser, Strassen und Felder versanken in den Fluten. Viele Australier haben alles verloren. «Was können wir tun, wir müssen stark sein», sagte eine Frau aus der Nähe von Sydney, deren Haus mit braunem Wasser vollgelaufen ist. «Ich habe eine 17-jährige Tochter, und sie hat gesehen, wie ich gestern Abend zusammengebrochen bin... Wir müssen irgendwie weitermachen.»

Der gerettete Emu – ein kleiner Lichtblick

Auch viele Tiere wurden von den Fluten mitgerissen. Im Städtchen Windsor nahe Sydney retteten Helfer einen Emu, der dort als Haustier gehalten wird. Der Laufvogel «Gookie» sei völlig entkräftet aus dem Hawkesbury River gezogen worden, berichtete der Sender 9News.

Emu «Gookie» nach seiner Rettung in Windsor nordwestlich von Sydney am Dienstag.

Emu «Gookie» nach seiner Rettung in Windsor nordwestlich von Sydney am Dienstag.

Rick Rycroft/AP

Berejiklian sprach von einem «Wetterereignis, das alles übersteigt, was wir uns hätten vorstellen können». Es gilt bereits als das schlimmste Hochwasser in New South Wales seit Jahrzehnten. Erst im vergangenen Jahr hatten in der Region verheerende Brände gewütet. Klimaexperten warnten, dass sich schwere Naturkatastrophen in Zukunft immer häufiger wiederholen könnten.

Es bleibt gefährlich

Betroffen war nun auch der Süden von New South Wales an der Grenze zu Victoria. Auch aus dem tropischen Bundesstaat Queensland im Nordosten des Landes wurden am Dienstag Hochwasser und schwere Überschwemmungen gemeldet. Für viele Regionen war noch kein Ende der Niederschläge in Sicht.

Ein geflutetes Fussballfeld bei Brisbane.

Ein geflutetes Fussballfeld bei Brisbane.

Darren England/EPA

Für manche Gebiete aber gab es zumindest vorübergehend ein Licht am Horizont: Das Unwettersystem mit heftigen Niederschlägen und starken Winden bewege sich schnell vorwärts, zitierte die Zeitung «Sydney Morning Herald» die Meteorologin Jane Golding. Dahinter klare es mancherorts auf. «Es scheint kaum zu glauben, aber es wird noch am Nachmittag im Westen von Sydney und an der Küste im Nordosten der Region blauen Himmel und Sonne geben.» Allerdings bleibe die Situation unsicher und gefährlich.

Aktuelle Nachrichten