Truppenaufmarsch
«Die Nato muss aufhören, mit ihrer politischen und militärischen Infrastruktur in Richtung unserer Grenzen vorzurücken»: Moskau rügt internationale Militärübung in Lettland

Unter der Kritik Russlands hat am Montag im baltischen EU-Staat Lettland ein internationales Manöver begonnen. An der jährlichen Militärübung «Winter Shield» beteiligen sich nach Angaben des Verteidigungsministeriums in Riga neben Soldaten aus Lettland und Litauen auch Einheiten der US-Streitkräfte in Europa und eines Nato-Bataillons.

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Russland kritisiert das internationale Manöver der Nato in Lettland.

Russland kritisiert das internationale Manöver der Nato in Lettland.

Keystone

Der Kreml kritisierte einmal mehr westliche Manöver. «Die Nato muss aufhören mit provokativen Aktivitäten in der Nähe unserer Grenzen, die Nato muss aufhören, mit ihrer politischen und militärischen Infrastruktur in Richtung unserer Grenzen vorzurücken», sagte Sprecher Dmitri Peskow im russischen Staatsfernsehen.

Am Montag hat im baltischen EU-Staat Lettland ein internationales Manöver begonnen. Bis zum 4. Dezember sollen die Gefechtsfähigkeiten der internationalen Einheiten und die Zusammenarbeit der verschiedenen Truppen bei der alljährlichen Militärübung «Winter Shield» trainiert werden.

Zugleich wies Dmitri Peskow von der Nato geäusserte Sorgen über «grosse und ungewöhnliche» russische Truppenkonzentrationen in der Nähe der Grenze zur Ukraine zurück. Das sei eine Frage an das Militär. Er könne nur sagen, dass in einem solchen Fall das für niemanden eine Bedrohung darstelle und niemanden beunruhigen sollte.

Berichte über geplanten Einmarsch Russlands

Aus Kiew selbst kamen widersprüchliche Informationen zum Ausmass des angeblichen russischen Truppenaufmarschs.

Berichte über einen angeblich geplanten Einmarsch Russlands in die Ukraine nannte Peskow gezielt gestreute Desinformationen. «Kiew wird beim Aufbau seiner Streitkräfte unterstützt, Kiew wird mit einer erheblichen Menge Waffen versorgt», sagte Peskow der Agentur Interfax zufolge. Für Russland sei das besorgniserregend.

Das Verhältnis zwischen Nato und Russland gilt als angespannt. So hatte Moskau kürzlich angekündigt, etwa die Arbeit der russischen Vertretung bei der Nato in Brüssel vorerst zu beenden. Russland reagierte damit auf eine Entscheidung der Nato, wegen Spionageverdachts acht Mitarbeitern der russischen Nato-Vertretung in Brüssel ihre Akkreditierung zu entziehen. (dpa)

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