Mexiko
Trumps «Null-Toleranz»-Politik: Rund 2300 Kinder an US-Grenze von Eltern getrennt

US-Beamte haben an der Grenze zu Mexiko innerhalb von fünf Wochen mehr als 2300 Migrantenkinder von ihren Eltern getrennt. Zwischen dem 5. Mai und dem 9. Juni seien 2342 Kinder von ihren Eltern getrennt worden, teilte das US-Heimatschutzministerium am Montag mit.

Merken
Drucken
Teilen
Akemi Vargas (8) weint, während sie darüber spricht, dass sie von ihrem Vater getrennt wurde.
5 Bilder
Christopher Baker (3) hält ein Schild hoch, das besagt "Welches Baby verdient es, in einem Käfig zu schlafen?"
Kinder protestieren gegen die Trennung von Familien.
Proteste gegen Immigration Policy von Trump
Immigration Family Separation Protesters chant as they march during an immigration family separation protest in front of the Sandra Day O'Connor U.S. District Court building, Monday, June 18, 2018, in Phoenix. An unapologetic President Donald Trump defended his administration's border-protection policies Monday in the face of rising national outrage over the forced separation of migrant children from their parents. (AP Photo/Ross D. Franklin)

Akemi Vargas (8) weint, während sie darüber spricht, dass sie von ihrem Vater getrennt wurde.

Ross D. Franklin

Betroffen sind damit im Schnitt mehr als 66 Kinder pro Tag. In der vergangenen Woche hatte das Ministerium angegeben, dass in dem längeren Zeitraum vom 19. April bis zum 31. Mai insgesamt 1995 Kinder von ihren Eltern getrennt worden seien - das entspricht etwa 47 Kindern pro Tag.

US-Justizminister Jeff Sessions hatte am 7. Mai eine "Null-Toleranz"-Politik an der Grenze zu Mexiko verkündet. Im Zuge dieses Vorgehens werden systematisch alle Menschen, die illegal die Grenze überqueren, als Gesetzesbrecher behandelt und festgenommen. Da Kinder nicht mit ihren Eltern inhaftiert werden dürfen, werden die Familien auseinandergerissen. Viele Kinder werden nach Angaben demokratischer Abgeordneter in umzäunten Auffanglagern in der Nähe der Grenze festgehalten, die als "Käfige" beschrieben wurden.

Die Ministerin des US-Ministeriums für Innere Sicherheit, Kirstjen Nielsen, wies Vorwürfe über eine schlechte Behandlung der Kinder am Montag zurück. Die Kinder würden "gut behandelt", sagte sie in Washington.

US-Präsident Donald Trump gerät derzeit wegen der umstritten Praxis der Familientrennungen unter wachsenden Druck. Auch von Trumps eigener Republikanischer Partei wird die Kritik an der rigorosen Praxis immer lauter.

Dieses Foto ging viral. Ein kleines Mädchen aus Honduras steht weinend neben ihrer Mutter, während diese kontrolliert wird. Danach wurde das Kind der Mutter weggenommen.